Vorschau Anlass vom 26. August 2023
Hallo zusammen
am 26. August ist die Sommerpause vorüber und wir sehen uns erneut. Dieses Mal treffen wir uns am Bahnhof Tecknau nach der Ankunft der S3 um 10:02 (Riehen Dorf ab 09:06, Basel ab 09:31, Kaiseraugst ab 09:27 via Pratteln, Liestal ab 09:47, Lausen ab 09:50, Sissach ab 09:56). Auf unserer Rekognoszierung haben wir diesen ‚roten Pfeil‘ durch Tecknau hindurchfahren gesehen. Wir folgen zuerst dem Erlebnispfad ‚Passpartout‘ Richtung Wenslingen. Wir weichen aber von diesem Weg ab und gehen zum Schützenhaus, um von dort den Weg zur Bärenhöhle zu finden. Bei unserer Rekognoszierung war vom Wasserfall, der dort herunterkommt, nur ein Rinnsal sichtbar. Nun gehen wir hoch zu der Bruderlochhöhle. Über die Geschichte dieser Höhle ist nichts bekannt. Der Name lässt vermuten, dass dort einmal ein Einsiedler gehaust hat. Hier werden wir unseren besinnlichen Moment abhalten.
Auf dem Weg erfahren wir kurz etwas zur Lebensphase der Grosseltern aus der Sicht von Erikson, erhalten einen kurzen Einblick in die Weise der Überlieferung von Werten in der jüdischen Gesellschaft, einen geschichtlichen Überblick über die spätere Zeit zwischen römischer Staatskirche und fränkischer Staatskirche und die Entstehung von Bruderschaften als Vorstufen zu Klöstern.
Ein kurzes Wegstück nach der Bruderlochhöhle am oberen Ende des Wasserfalls befindet sich eine Feuerstelle, wo wir das Mittagessen einnehmen. Danach gehen wir weiter zum Dorf Wenslingen und zur Ruine Oedenburg. Diese wurde in den letzten Jahren erneut archäologisch untersucht, so dass eine neue Geschichte zu dieser ehemaligen Burg geschrieben wurde. Von dort geht es weiter zum Tobel, das nach Tecknau hinunterführt, und wir folgen einem Waldweg auf der Nordseite bis zum Dorf Tecknau. Hier verabschieden wir uns am Bahnhof, so dass wir die S3 um 14:55 erreichen (Sissach an 15:02, Lausen an 15:07, Liestal an 15:11, Kaiseraugst via Pratteln an 15:32, Basel an 15:27, Riehen Dorf an 15:52).
Wir freuen uns, viele von Euch wieder zu sehen.
Herzlich grüssen Euch
Pierre und Peter

Vom Bahnhof führte uns der Weg zuerst zur Dorfkirche von Riehen. Wir umrundeten sie von aussen und fanden dabei eine ähnliche Wehranlage wie in Pratteln. An der Kirchgasse sahen wir eine Mauer mit Zinnen, von denen sich eventuell das Wappen von Riehen ableitete. Weiter ging es durch den Landschaftspark Wiese zum Naturbad. Hier begann der Aufstieg im Schlipf, dem bekanntesten Rebberg im Kanton Basel-Stadt. Unterwegs konnten wir uns über verschiedenen Rebsorten informieren und sahen an Rissen der alten Strasse von Tüllingen nach Weil, wieso dieser Abhang Schlipf heisst. Nach einem letzten Aufstieg waren wir vor dem Kirchlein auf dem Tüllinger Hügel. Hier war der erste Input: In der Zwischenzeit zwischen den durchorganisierten Reichen der Römer und der Franken war die Kirche ohne staatliche Unterstützung und die Christianisierung stockte und erreichte die gewöhnliche Bevölkerung nur schwer. In dieser Zeit lebten Christen und Christinnen als leuchtende Zeugen des Glaubens und es geschahen oft auch Wunder. In der Region Basel lebten nach der Legende drei Frauen, Ottilie, Chrischona und Margaretha, in den Hügeln um die Stadt in Einsiedeleien. Diese waren so gelegen, dass sie sich nachts mit Lichtzeichen verständigen konnten. Da das Kirchlein anderweitig genutzt wurde, konnten wir unsere gewohnte Besinnung nicht durchführen. Wir orientierten uns genau beim Betrachten der Stadt, der Hügel im Baselbiet, dem Jura, den Vogesen und dem umgebenden Deutschland. Später, auf der Höhe des Tüllinger Hügels, sahen wir dann weit in die oberrheinische Tiefebene hinein mit dem Isteiner Klotz. Auf dem Hügel fanden wir am Waldrand eine geeignete Stelle für unser Mittagessen. Wie gewohnt teilten wir unsere Lebensmittel untereinander auf. Dieses Mal fand sogar ein grosser Osterhase Platz auf dem Esstisch. Zum Abschluss des Essens bemerkten wir, dass unser Tisch belebt war, denn plötzlich zeigten sich zwei Eidechsen aus einem Holzspalt. Ihnen zuzusehen war sehr unterhaltsam.




Wir trafen uns am Bahnhof von Liestal und fuhren mit dem Bus als Erstes bis nach Füllinsdorf-Schönthal. Hier war der eigentliche Start der Wanderung, die uns zuerst der Ergolz entlang führte und dann durch das Mühlematt-Quartier hinauf zum Hof Moosmatt. Dort war die erste Besichtigung: zuhinterst in einer Scheune befindet sich ein Keller, der in der alten römischen Wasserleitung liegt. Dies bot auch Anlass, uns über die Geschichte der Region um das Jahr 0 herum mit den Raurachern und Helvetier, der römischen Eroberung mit der Gründung von Augusta Raurica zu informieren. Nun ging es an Obstbaumkulturen vorbei und dann steil hoch zur Gärtnerei Eschbach. Unterwegs bot sich uns ein Weitblick zur Stadt Basel, die Chrischona und die Vogesen. Mit diesem Panorama vor uns hörten wir einen Input zur Entwicklung des Kindes zum jungen Erwachsenen: Gewinn des Urvertrauens – der Autonomie – der Initiative – des Werksinns und der Identität: Was hilft von Seiten der Eltern dazu?
Der weitere Weg führte uns wieder zu einem Stück der römischen Wasserleitung im Wölferhölzli. Unten an diesem Rain bot sich die Gelegenheit zu einem weiteren Input: Welche Haltung der Eltern dient zur Förderung eines persönlichen Vertrauensverhältnis ihrer Kinder zu Gott? Das Kind orientiert sich stark am Vorbild seiner Eltern, ihre Liebe, ihre Geborgenheit, später ihr Reden, ihren Umgang mit schuldig werden und Versöhnung und schliesslich ihrer Hoffnung für ihre Kinder.
Auf dem weiteren Weg folgten wir wieder der Ergolz bis zum Amphitheater von Augusta Raurica. Bei der dortigen Feuerstelle brannte innert kurzer Zeit ein Feuer für unsere Würste, die wir zum Mittagessen genossen. Auch war Zeit da fürs Gespräch miteinander. Nachher informierten wir uns anhand der Schautafeln und des Modells beim römischen Theater über die Bedeutung des Limes (Er diente nicht als eigentlicher Verteidigungswall, sondern bündelte die Handelsströme und führte sie an Zollstellen vorbei und sollte den Barbaren die technische Überlegenheit der Römer vor Augen führen.) und die verschiedenen Ausbau- (und Zerfalls)stadien von Augusta Raurica. Weiter ging es an den Rhein, vorbei an den Resten der gemauerten Umrandung des Kastells zur Kirche Gallus und Othmar. Hier, am Rhein unterhalb der heutigen Kirche, fanden sich Reste eines Bades, das vielleicht als Taufbecken gedient hatte, ein Grab mit christlichen Zeichen und ein Mauerrest der Kirche aus dem 4. Jh.n.Chr., als Augusta Raurica wahrscheinlich der Bischofsitz für das Gebiet der Rauracher war. Im gut durchorganisierten römischen Reich mit seinen exzellenten Kurierdiensten und Verbindungswegen hatte sich der christliche Glaube rasch verbreitet und war sogar Staatsreligion geworden. Dieser neue Glaube wurde wahrscheinlich nur von der Oberschicht gepflegt; die Unterschicht war noch den alten keltischen Göttern verhaftet.