Anlass vom 30. Mai 2026
Hallo

die zweite Wanderung dieses Jahres startete im St. Jakob, Basel. Der Weg führte uns zuerst in Gewirr der Wege entlang der Tramlinie Richtung Freidorf bis zu einer unscheinbaren Tafel ‚geologisches Denkmal der Rheintalflexur‘. Hier stiess auch Beat mit zwei Kollegen für die Besichtigung dieses Denkmals zu uns. Über Metalleitern gelangten wir bis auf die Sohle des Hanau-Autobahntunnels, von dem wir nur durch eine Betonwand getrennt waren. Gegenüber hatten wir freie Sicht auf ein Stück steil aufgerichteten Rogenfelses. In diesen körnigen Kalkstein entdeckten wir einige Fossilien von Seeigeln und Wasserschnecken, die damals im Meer gelebt hatten. Durch das Absenken der oberrheinischen Tiefebene, die bis Aesch – Pfeffingen reicht, wurde am Rand des Abbruchs diese Gesteinsschicht aufgerichtet. Es war eindrücklich, dieses Zeugnis einer sehr alten Zeit (20-40 Mio Jahre) so nahe anzuschauen.
Anschliessend ging es zurück zur Birs, der wir nun auf dem Biberpfad talauf folgten. Hier ist die Flussufer renaturiert und auf der Gegenseite befindet sich ein Vogelreservat mit Brutgelegenheiten für den Eisvogel. So gelangten wir zur alten Holzbrücke, die Muttenz mit dem neuen Teil von Münchenstein verbindet. Nun konnten wir auch das Geheimnis um den mit erhobenen Händen schreitenden Mönch im Wappen von Münchenstein lüften: Um das Jahr 1000 erlangte die Bürgerfamilie Münch in Basel durch ihre treuen Dienste für den Bischof einen Adelstitel. Darauf erkaufte sie sich als Herrschaftsgebiet ein kleines Dorf an der Birs vor den Stadttoren von Basel. So erhielt dieser Ort später den Namen Münchenstein und übernahm von ihren Besitzern den Mönch in ihr Wappen. Die Münchs waren in Basel lange sehr einflussreich und stellten mehrfach den Oberbürgermeister von Basel. Nach der Reformation verloren sie aber bald an Bedeutung. Auf der andern Brückenseite erblickten wir am Flussufer nochmals im Querschnitt den Rogenkalk. Nun ging es eine Weile entlang der A18 bis zum Kleinkraftwerk Neue Welt, und wenig später erreichten wir den Picknick-Platz für unser Mittagessen. Wie gewohnt geschah dies mit einer Teilete, wo jeder sich von allen Gaben bedienen konnte. Nach der Stärkung ging es weiter der Birs entlang hoch bis zur Eisenbahnbrücke. Hier überquerten wir die Birs und gelangten in den neuen Teil von Münchenstein. Die Besinnung fand nicht wie angekündigt in der griechisch-orthodoxen Kirche statt, sondern in der katholischen Kirche, die nach Franz Xaver, einem Wegbegleiter von Ignatius von Loyola und Missionar im ostasiatischen Raum, benannt ist. Wieder vor der Kirche erwartete uns eine Überraschung, die uns erstmals dazu brachte, unsere weiteren Pläne aufzugeben: Beat, der wieder zu uns gestossen war, lud uns zum Kaffee in seinem nahegelegenen Garten ein. Der Garten war reich bepflanzt und gut gepflegt und die Getränke kühl. Wir genossen die Gelegenheit, untereinander ungezwungen austauschen zu können. Danke, Beat. Danach kürzten wir den Weg ab, indem uns Beat direkt zum Park im Grünen führte und weiter dem Mühle-Dyych entlang zum Mühle-Museum bei den Merian-Gärten. Hier ist Beat aufgewachsen, als die Brügglinger-Ebene noch ein grosses Bauerngut gewesen war. Nun beeilten wir uns, um beim St. Jakob noch rechtzeitig den Bus zu erreichen und uns auch zu verabschieden.

Inhaltlich setzten wir uns mit dem Wandel unserer Lebensvisionen im Verlauf des Lebens auseinander. Diese sind geprägt in der ersten Lebenshälfte durch Fragen um Beruf, Partnerschaft und Familie und Karriere und werden nach dem Ausziehen der Kinder weitergeführt zu Fragen um den Lebenssinn, meinem Beitrag zu meiner Nachbarschaft, Kollegenkreis oder auch Gesellschaft und zunehmend: Was hinterlasse ich Immaterielles nach meinem Tod? All diese Fragen werden auch durch die Lebensumstände geprägt. Als Beispiel hörten wir vom König David im alten Testament: Als Jugendlicher war er ein guter Hirte, der auch sein Leben für die anvertrauten Tiere riskierte. Plötzlich wurde er durch den Propheten Samuel zum König über Israel gesalbt. Doch der Weg bis dorthin war von Umwegen geprägt: Feldherr unter dem bisherigen König Saul, Schwiegersohn, Verfolgter und Anführer einer Räuberbande bis zur Wahl zum König durch das Volk. Erfolgreicher Eroberer, und dann Erleben von Versagen: Ehebruch, Vergewaltigung einer Tochter durch einen Halbbruder, Rivalitäten unter den Söhnen, Vertreibung durch eigene Söhne, zuletzt pflegebedürftiger Greis. Und doch nannte Samuel ihn in einem Ausspruch Gottes: David, der Sohn Isais, ein Mann nach meinem Herzen.
Nun folgt eine lange Sommerpause, nach der wir uns am 19. September. Die Wanderung führt uns wieder ins obere Baselbiet zu den ehemaliger Steinbrüchen Steinholden bei Wittinsburg, die gleich zwei unterschiedliche Kalkgesteine aufweisen, und zu einer prähistorischen Wehranlage auf der Barmeflue.
Wir wünschen Euch einen schönen Sommer und grüssen bis dann.
Pierre und Peter

Wir werden uns um 09:30 (Circa-Zeit, da auf den Reiseplänen wegen Bauarbeiten mit Verspätungen zu rechnen ist) an der Bushaltestelle St. Jakob an der Brügglingerstrasse Richtung Dreispitz treffen. Von dort ist es ein kurzes Stück von ca. 800m zwischen Tramgeleisen und unter Strassen durch zum Eingang des geologischen Denkmals Rheintalflexur. Wir werden eine Autobahntunnelhöhe in die Tiefe klettern und dabei die senkrecht aufgestellte Kalkschicht bestaunen können, die sonst nur in der Tiefe sichtbar ist und viele Versteinerungen von frühen Meeresschnecken und Tintenfischen enthält. Anschliessend wandern wir der Birs entlang auf dem Biberpfad. Die Birs ist auf diesem Teilstück renaturalisiert worden. Kurz nach dem Unterqueren der Bruderholzstrasse vor Münchenstein überqueren wir die Birs über die alte Holzbrücke. Hier sieht man ebenfalls Spuren der senkrecht gestellten Kalkschichten der Rheintalflexur. Von nun an begleitet uns die A18 in der Nähe. Wir kommen am Wasserfall der Birs vorbei, der seit viele Jahren durch ein Wehr gebildet wird, über das elektrischer Strom erzeugt wird. Kurz danach ist eine Raststelle mit Feuerplatz (aber kein Brennholz in der Nähe und wir befinden uns in einem Naturschutzgebiet) für unsere traditionelle Mittagsteilete. Nachdem wir uns gestärkt haben, geht es weiter. Etwas oberhalb von Münchenstein überqueren wir die Birs erneut und gehen durch das Wohnquartier Neumatt – Zollweiden bis zum Strassenkreisel. Wenn es uns erlaubt wird, werden wir dort in der griechisch-orthodoxen Kirche unserer Besinnung durchführen. Von hier geht es dann weiter zum Kleinkraftwerk der Birs, wo wir einerseits die moderne Fischleiter sehen und die Abzweigung des Dalbe-Dyychs von der Birs. Dem Dyych folgen wir nun durch die Neue Welt und dem Park im Grünen mit seinen Teichen.Vielleicht werden wir auch den Dinosaurier, einen Seismosaurus, sehen. Wir folgen weiter dem Dyych bis zum St. Jakob.
Thematisch wird uns sicher die Rheintalflexur (mit Bildung der Oberrheinischen Tiefebene) beschäftigen und auch das Thema Lebensvisionen: Wie verändern sie sich während unseres Lebens? Gehen sie alle in Erfüllung oder gibt es Brüche darin? Über ein solches Beispiel werden wir uns ebenfalls unterhalten.
unsere letzte Wanderung vom Samstag, 21. März, war etwas Spezielles. Wir trafen uns am Strassenrand einer viel befahrenen Strasse zwischen Füllinsdorf-Frenkendorf und Pratteln. Unser Wanderweg begann hinter einem Zaun und einem Tor. Es war geöffnet, so dass wir starten konnten, hinunter an die Ergolz. Der Widenweg, ein guter Mergelweg, war an diesem Tag gut begangen und befahren. So waren wir froh, nach einem kurzen Wegstück einem ehemaligen Wasserkanal durch den Uferwald entlang der Ergolz gehen zu können. Dabei staunten wir am künstlich angelegten Wasserfall, wie die träge fliessende Ergolz an dieser Stelle plötzlich gewaltig und schnell die Stufe hinunterströmte. Dies veranschaulichte uns, was gerade vorher von unserem Kreislauf gesagt worden war: je enger die durchzufliessende Stelle (grosse Gefässe), desto schneller fliesst das Blut, um im riesigen Bett der Kapillaren fast stillzustehen, damit dort in den Lungen die Aufnahme von Sauerstoff und im Körper die Versorgung der Zellen mit Sauerstoff und Nährstoffen gut stattfinden kann. Der Uferwald bot viel Abwechslung: weiss blühende Schwarzdorne, die gut 5m hoch wuchsen und eine dichte Hecke bildeten, ein Gemisch von Sträuchern und Jungholz und einige alte Bäume, an denen auch Spuren von Biberfrass sichtbar waren. Zwischen Augst und Kaiseraugst bestaunten wir an der Hauptstrasse das ehemalige Zollhaus zwischen Basel und Aargau, von dem das Fricktal lange Zeit unter habsburgischer Herrschaft gestanden war. Wir folgten weiter dem Ergolzlauf bis zu ihrer Mündung. Beim Bootshafen von Augst hielten wir unsere Mittagsrast. Dies bemerkten mit der Zeit auch Stockenten und ein Schwan, die sich ebenfalls an unserem Essen beteiligen wollten. Anschliessend zogen wir weiter, nun dem Rhein entlang zum Kraftwerk und dann auf dem Fischerweg, der an Häuschen mit Lachsgalgen vorbeiführt. Verschiedene Informationstafeln zeigten die Bedeutung der Fischerei und auch der Holzflösserei in früheren Zeiten. Ebenfalls konnten wir die Pumpstation von aussen einsehen, wo Rheinwasser in den Hardwald gepumpt wird zur biologischen Aufbereitung als Trinkwasser für die Stadt. Dieses Wegstück war wie gemacht, um in kleinen Gruppen längere Zeit miteinander zu reden. Und plötzlich wich der Uferwald zurück. Wir waren nun nahe der Rheinsalinen auf einem Areal, das in Zukunft überbaut werden sollte, mittendrin noch ein altes Haus mit Garten. Von einem alten Mann, dem Besitzer, erfuhren wir, dass dies bis 1934 die schweizerische Anlegestelle der Fähre von Pratteln nach Grenzach gewesen sei, nun aber der Überbauung weichen müsse. Schade für dieses idyllische Anwesen!
Auf dem Weg erhielten wir Einblick in den Blutfluss in unserem Körper, seinem Weg und Zielen. Ein zweiter Input zeigte uns anhand der 40- jährigen Geschichte der Wüstenwanderung des Volkes Israel von Ägypten ins verheissene Land und dem Leben von Jakob, dem Sohn Isaaks und Enkel Abrahams, wie schnell Lebenssituationen sich verändern können und wie unser Verhalten den Lebensweg günstig oder auch ungünstig beeinflussen kann.
Wir werden von der Bushaltestelle Pratteln, Hülften der Ergolz entlang bis zur Mündung in den Rhein folgen. Hier gibt es viel Interessantes zu sehen: Einen kleinen Wasserfall, einen Teich an einer ehemaligen Panzersperre, Spuren von der Anwesenheit von Bibern und bei der Einmündung verschiedene, auch selten zu sehende Wasservögel. Von nun an folgen wir den Rheinuferweg, der von den Fischern als Zugang zu den Häuschen mit Lachsfangnetzen und jetzt zum Angeln mit der Rute angelegt wurde und unterhalten wird. Auf diesem Teilstück sehen wir Informationstafeln des Fischerweges, erhalten Einblick in den Aufbau des Rheinufers (Nagelfluh, Sandstein und Kiesbänke) und sind für uns ganz alleine dem Wasser entlang. Diese Idylle wird vor der Rheinsaline durch Vorbereitungen für eine Grossbaustelle unterbrochen, doch wir sind dort auch schon nahe an unserem Ziel.
