Anlass vom 25. Oktober 2025
Hallo
Am Samstag, 25. Oktober, waren wir zu dritt unterwegs auf unserer Wanderung. Viele hatte achtsame Gründe, dass sie nicht dabei sein konnten, inklusive wegen dem Wetter. Ja, ab Mittag regnete es, wir wurden nass und froren deswegen. Hey, Männer, ihr habt doch verpasst, zu sehen und erleben, was wir erfuhren: Unterhalb des Chienbergs begegneten wir einer Gämse im schwarzen Winterfell in 20-30m Distanz. Und nachdem wir die Umlenkstation der Gipsbahn uns genau angeschaut hatten, sahen wir sie erneut. In der Gipsgrube leuchteten die nassen Gips-haltigen Steine im Kalkfelsen so hell und weiss, wie sonst nie. Und auf einer Wiese sprangen plötzlich 2 grosse Rehe, wahrscheinlich Böcke, die ihr Geweih bereits abgestossen hatten und ebenfalls das Winterfell trugen, elegant und kraftvoll in grossen Sätzen an uns vorüber in den nahen Wald und verschwanden dort. Und das Mittagessen haben wir trocken, geschützt unter dem Vordach der Skihütte von Zeglingen eingenommen. Die Sitzbank war für uns drei gerade gross genug. Und wir haben drei unterschiedliche Kalkregionen durchquert. Sogar wir als Laien konnten die Unterschiede der Steine erkennen: hell, glatt, geschichtet – bräunlich, ohne innere Ordnung, ‚en bloc‘ – grau, raue Oberfläche mit harten Punkten von Korallen- und Muschelresten.

Doch der Reihe nach: Wir trafen uns wie gewohnt in Sissach hinter der Kantonalbank und fuhren dann mit einem PW nach Zeglingen. Der Weg ging bald steil gerade hoch zum Chienberg. Einzig einige Felsbänder liessen den Weg auf dieser Linie abweichen. Fast oben beim Gipfel des Chienbergs gelangten wir auf eine Hügelrippe. Und gerade hier haben wir die Gämse überrascht. Sie rannte zuerst hinunter, äugte dann zu uns hoch, bevor sie zum Gipfel hochrennend verschwand. Unser Interesse war bald von der Umlenkstation der Gipsbahn gefesselt, eine solide Holzkonstruktion im Sattel gerade unterhalb des Gipfels des Chienbergs. Beim Weggehen sahen wir die Gämse erneut etwas weiter weg. Bis hierher waren wir ohne Regen unterwegs gewesen, doch jetzt begann er und wurde recht heftig. Wir durchquerten den Wald entlang der Flanke der Isenflue, um die Skihütte zu erreichen (Ja Zeglingen hat im Winter einen kleinen Skilift.). Hier fanden wir für uns drei eine trockene Sitzbank für unser Mittagessen. Danach ging es hinunter auf der Zufahrtsstrasse und nach wenigen 100m direkt ins Naturschutzgebiet der ehemaligen Gipsi. Ein Maturand hatte vor vielen Jahren dort Infotafeln zusammengestellt und mit Hilfe von Sponsoren einen Naturlehrpfad realisiert. Das Naturschutzgebiet selbst ist in drei Teile unterteilt: Ebenen, die mit regelmässigem Mähen und Humusabtragung als Trockenwiesen gehalten werden, Hänge der Aufschüttungen, die nun einen Pionierwald enthalten, und einige Steinwände, in denen noch kleine Bänder von weissem Gips zu erkennen sind. Die Informationen sind kurz und weisen auf wesentliche Punkte der Umgebung und auch der Geschichte der Gipsi hin, die erst 1986 definitiv geschlossen wurde. Es gibt sogar Wiesen am Rand der Grube, die im Frühling/Frühsommer seltene Orchideen tragen. Und an einem Waldrand sind andere seltene Blumen zu sehen, auch das weisse Waldvögelein. Und gerade auf dieser Wiese begegneten wir den beiden Rehen. Die Wildtiere hatten bei diesem Regen wahrscheinlich keine Menschen erwartet. Das letzte Wegstück bis zum Talgrund war dann mit verschiedenen Sträuchern und verblühten Blumen oder Blattanlagen zu Blumen für das nächste Jahr gesäumt. Das Dorf selber zeugt vom Reichtum, den der Gipsabbau hierhergebracht hatte (Zur Blütezeit arbeiteten bis 120 Männer in der Grube).

Auf dem Rückweg machten wir in Kilchberg halt, um in der Kirche unsere Besinnung durchzuführen. Dabei bewunderten wir das farbige Innere der neugotisch gehaltenen Kirche mit den lichtstarken Glasfenstern im Chor.
Auf der Wanderung beschäftigten wir uns mit geistlichen Aspekten des Älter-Werdens. Pierre hatte erlebt, wie sein Grossvater, der ihn im Vorschulalter geschlagen hatte, um seinen Willen zu brechen (wie es damals noch üblich war), in der dritten Lebenshälfte sich wandelte, einen äusserst herzlichen Umgang mit seiner Frau pflegte und auch bewusst täglich für seine Kinder und Enkel betete. In der Bibel finden wir ein Parallelbeispiel im Stammvater Jakob: Als junger Mann betrog er seinen Bruder und seinen Vater und erschlich sich so sowohl Erstgeburtsrecht als auch den Segen dazu. Um dem Zorn seines Zwillingsbruders zu entgehen, reiste er weit weg aus dem Lande Kanaan zu seinem Onkel am Euphrat. Auf dem Weg hatte er im Traum seine erste Begegnung mit Gott thronend über der Himmelsleiter. Von seinem Onkel wurde er nun selbst betrogen, indem ihm die falsche Tochter als Frau untergeschoben und die Bedingungen für seinen Lohn ständig verändert wurden. Doch Jakob war gesegnet und wurde reich an Kindern und Tierherden. Nun konnte er wieder in seine Heimat zu seinem Vater rückkehren. In der Nacht vor dem Zusammentreffen mit seinem Bruder, das er voll Angst erwartete, hatte Jakob seine zweite Gottesbegegnung: ein Mann kämpfte mit ihm die ganze Nacht durch. Erst beim Morgengrauen liess er von ihm, segnete ihn auf Jakobs Bitte, gab ihm einen neuen Namen (Israel = Gottesstreiter) und verletzte ihn als Erinnerung an seiner Hüfte, so dass Jakob nun hinkte (Jakob ist somit der letzte Mensch, der mit Gott Körperkontakt hatte!). Während einer langanhaltenden Hungersnot reiste Jakob mit all seinen Verwandten und seiner Habe nach Ägypten, wo Getreide noch erhältlich war. Vor seinem Tod regelte er sein Erbe und segnete seine Söhne sehr persönlich. Dabei nannte er sogar, dass ein zukünftiger König aus dem Stamm Juda auf einem Eselsfüllen reiten werde.
Also bis zum nächsten Mal. Ich werde rechtzeitig darüber informieren.
Herzlich grüssen
Pierre und Peter
Wir werden uns 10:00 Uhr wie gewohnt hinter der Kantonalbank in Sissach vor dem Lebensspielraum treffen. Von dort fahren wir mit Privat-PWs nach Zeglingen. Hier sind wir mitten im Ketten-Jura, der sich hier von kleinen Tälern zerklüftet zeigt, so dass die Kette nicht mehr so deutlich erkennbar ist. Unser Weg führt uns hoch auf einen Punkt in dieser Kette (Chienberg). Und gerade unterhalb des Gipfelpunktes ist ein komischer Holzunterstand, der sich als Umlenkpunkt oder verlängerten Masten der ehemaligen Transportbahn von Gipsgestein aus der Grube in Zeglingen nach Läufelfingen (Silo12) entpuppt. Diese Bahn wurde bis in die Achtziger-Jahre des letzten Jahrhunderts benutzt und erst dann stillgelegt. Der weitere Weg geht an der Flanke der Isenflue zur Skihütte Staffel beim Skilift von Zeglingen. Nur wenige 100m weiter unten beginnt das Naturschutzgebiet ‚Gipsgrube Zeglingen‘. 2010 hat ein Kantonsschüler als Maturaarbeit mit Unterstützung von Sponsoren dort einen interessanten Naturlehrpfad angelegt mit Informationen zur Geologie, Geschichte der Grube und heutige Flora. Die Grube musste vom Betreiber nach Erschöpfung eines Grubenteils mit Bauschutt gefüllt und wieder renaturiert werden. Die Flächen enthalten mehrere kleine Biotope und werden als Magerweisen jeweils gepflegt. Dazwischen ist in den abschüssigen Stellen ein Pionierwald entstanden. Inzwischen ist die ehemalige Grube vollständig renaturiert. In der Mitte wurden jedoch einige Gipswände zur Anschauung stehen gelassen. Hier werden wir imposant die Auswirkungen der Kräfte, die zur Faltung des Juras geführt haben, sehen können. Überhaupt ist dieses Gebiet geologisch sehr interessant. Bis zum Chienberg ist der Fels sogenannter Malm oder weisser Jura. Bei der Skihütte ist der Untergrund braun gefärbter Keupper und in der Gipsgrube sehen wir Muschelkalk. Wir werden je nach Laune an einem schönen Platz in der Grube picknicken. Da wir in einem Naturschutzgebiet sein werden, ist das Entfachen eines Feuers untersagt. Nehmt also kalt einzunehmende Speisen zur Teilete am Mittag mit. Und ebenfalls je nach Lust werden wir die Grube erkunden. Die Ausblicke sind von jedem Ort her unterschiedlich in den Jura und ins obere Baselbiet. Auf dem Rückweg gelangen wir über Wiesen, die im Frühling /
Frühsommer verschiedene seltene Orchideen beherbergen. Und im Tal werden wir durch einen Teil von Zeglingen gehen, der viele ältere, gepflegte Häuser enthält.
Am Samstag, dem 20. September 25, trafen wir uns zu wie meistens in Sissach hinter der Kantonalbank. Der Start war anstrengend, da der Weg über den Stutzweg (der Name deutet schon daraufhin) steil war und unser Wandertag uns zudem mit fast heissem Sommerwetter beschert hatte. Zum Glück war am Waldrand ein Bänkli für eine kurze Rast. Der weitere Weg führte uns dann meist im kühleren Wald hoch zur Sissacher Fluh. Hier war eine geeignete Feuerstelle und in der Nähe genügend Holz, so dass bald ein Feuer loderte, über dessen Glut wir unsere mitgebrachten Würste braten konnten. Das Mittagessen erfolgte als Teilete unserer Lebensmittel, die wir auf unserem traditionellen Tischtuch hergerichtet hatten. Bis die Würste gar waren, hatten wir Gelegenheit, die Aussicht bis in die Berner und Innerschweizer Alpen zu geniessen und auch einiges zur Entstehung des Jura mit seinen Ketten und Tafeln zu erfahren.
Inhaltlich beschäftigte uns im Rahmen unseres Jahresthemas ‚gut älter werden‘ der Wandel von der Grossfamilie mit mehreren Generationen auf dem gleichen Hof zur Kleinfamilie mit Eltern und Kinder, z.T. weit weg von weiteren Verwanden wie Grosseltern und Onkel und Tanten und Auswirkungen zur aktuell deutlich wahrnehmbaren Vereinsamung im Alter mit Zunahme von Depression (auch Demenz) und selbst Selbstmord. Im alten Testament wird ein Modell eingeführt, in dem für eine Witwe oder eine Waise ein Mann bestimmt war, der für den Unterhalt und auch die Weiterführung des Geschlechts des Ehemanns der Witwe verantwortlich war (Schwagerehe). Ein Beispiel dazu, das damals funktioniert hatte, ist uns in der Geschichte von Ruth überliefert: Ihr Mann war jung mit seinen Eltern wegen einer Hungersnot in Juda ins Ausland ausgewandert. Ruth selber war eine einheimische Frau. Als ihr Schwiegervater und dann auch ihr Mann starben, reiste ihre Schwiegermutter wieder in ihre Heimat zurück. Ruth verliess sie nicht, sondern ging nun selbst in die Fremde. Dort kümmerte sie sich um ihre mittellose Schwiegermutter. Dabei lernte sie den Mann kennen, der für ihren Unterhalt verantwortlich werden konnte. Er übernahm diese Aufgabe. Ihr erster Sohn war der Grossvater von König David, von dem Jesus dann abstammte. Dieses Modell lässt sich so nicht mehr in die heutige Zeit übertragen, doch das Modell des Mehrgenerationen-Haus oder -Wohngemeinschaft hat einen ähnlichen Hintergrund.