Anlass vom 29. Oktober 2016

am 29.10. haben sich doch 9 Männer für die Wanderung rund um Wintersingen versammelt, dies obwohl auf 600-900müM Nebel angesagt war. In Wintersingen war es dann wirklich so: unser Mittagsrastplatz schien im Nebel zu liegen. Dennoch zogen wir los. Zuerst ging es kurz durch das schmucke Bauerndorf und schon hoch zum ersten Rebberg. Wir hatten im Dorf den Besitzer getroffen und von ihm die Erlaubnis erhalten, eine kleine Nachlese zu halten, wovon wir sogleich Gebrauch machten. Am Waldrand neben den Reben war der erste Gedankenanstoss: Im Rahmen unseres Jahresthemas ‚Eine Vision für unsere Leben finden‘ war heute der Aspekt ‚Weitergeben‘ dran. Es ist wie im Berufsleben: Lehre – Geselle und Arbeiter – Meister. Weitergeben umfasst viel mehr als Weitersagen, es wird geprägt von unserer Motivation, unserer Haltung, unserem Handeln und Sein. Dadurch hat seine Aussage mehr Kraft als unsere Worte allein. Wir haben dann auch verschiedene Beispiele angeschaut von bedeutenden Männern, von denen uns v.a. die Taten überliefert sind und weniger die Worte (Jesus, Franziskus), von Männern, die nicht so Wortgewandt waren (Moses) oder die das Vertrauen der Mitmenschen durchs Teilen ihres Alltags erwarben (Paulus auf den Missionsreisen als Zeltmacher) oder deren Taten besser in Erinnerung blieben als die Worte (Mahatma Ghandi). Mit diesen Gedanken und ernsthaften Gesprächen unter Männern ging es wieder leicht bergab in den Wald entlang der Holden. Die Blätter der Bäume begannen sich schon intensiv ins Gelb zu verfärben. Und der Dachs (Es war wirklich ein Dachs am Werk; seine Fussspuren waren in der Erde deutlich sichtbar.) hatte einen Eingang zu seiner Höhle, der gut sichtbar auf den Weg führte, wieder zu gegraben. Nun ging es wieder hoch entlang eines kleinen Bächleins, durch eine kleine Schlucht wieder auf die Ebene oberhalb des Rebbergs. Hier neben einer durch Pfaffenhüetli wunderbar rot leuchtenden Hecke war der Zeitpunkt für den zweiten Gedankenanstoss gekommen: Pierre erzählte aus seinem Leben von Menschen, die ihn als Kind schon prägten. Dies geschah durch ihr Handeln und die Haltung, die dahinter steckte. Die Worte waren schon längst vergessen gegangen. Nun war es nicht mehr weit bis zum Mittagsrastplatz. Und wirklich, der Nebel war höher hinauf gezogen (Leider sahen wir dadurch den oberen Teil der geologischen Tafel unseres Juras nicht mehr.). Bald flackerte ein Feuer und schon waren die Würste aufgesteckt und am Braten. Die Zeit nutzten wir wieder für intensive Ge
spräche. Nach dem Essen ging es weiter, durch einen weiteren Rebberg, der uns das Dessert lieferte, an alten, nicht abgelesenen Zwetschgenbäumen vorbei und schon langsam hinunter Richtung Kirche Wintersingen. Hier verweilten wir im dankbaren Rückblick und der Anteilnahme an Herausforderungen für Einzelne. Danach: Wir hatten vertrauensvoll den Schlüssel zur Kirche erhalten. Passte dieser auch zum Aufgang zum Turm? Tatsächlich! Hier bestaunten wir das alte mechanische Werk, das mit einfachen Verbindungen ein elektrisch gesteuertes Aufziehen des Werkes erhalten hatte und sogar einen Anschluss an die Funkuhr zur Steuerung. Weiter oben bewunderten wir die Übersetzung der Antriebe mit Seilen aufs Glockenschlagwerk und die Turmuhr. Und so kam es dazu, dass in Wintersingen um 14:05 die Turmuhr nochmals schlug. Aber auch die Dachstockkonstruktion war sehr interessant. Die Kirche hat zwei Schiffe, die senkrecht
zueinander stehen. Damit der Blick auf die Kanzel nicht vom Anblick einer Säule getrübt wurde, hängte der Baumeister die Last der Kirchenraumdecke am Dachgiebel auf und leitete es dann auf die Mauern zurück. Im Kirchenraum haben wir nun die Decke genau angeschaut: Sie hängt nur wenige Zentimeter durch, wirklich eine gelungenen Konstruktion. Beim Pfarrhaus trennten sich nun unsere Wege. Doch nächstes Jahr werden wir uns wieder sehen.
Zum Thema des nächsten Jahres schon: In wenigen Wochen werde ich meine Masterarbeit in Präventivmedizin präsentieren. Sie handelt von einem Aspekt zum männlichen Geschlechtshormon Testosteron. Dieses Hormon wird uns 2017 begleiten. Es hat viele unterschiedliche Wirkungen, die für uns Männer und Frauen im Stoffwechsel wichtig sind, es hat eine Wirkung in einem Lebensbereich von uns, der vielfach keine Sprache hat, und es wird für Verhalten von Männern verantwortlich gemacht, die wissenschaftlichen Untersuchungen nicht standhalten können. Wir wollen Aspekte dazu gemeinsam anschauen und auch Parallelen zum geistlichen Leben suchen.
Ihr alle seid jetzt schon herzlich eingeladen, daran teilzunehmen. Über die genauen Daten werden Pierre und ich noch informieren.
Herzlich grüssen
Pierre und Peter
am 1.Oktober sind wir wieder zusammen losmarschiert. Halt, zuerst haben wir uns ausgiebig begrüsst, haben sich die meisten doch schon mehrfach gesehen; und im Alltag ist der Kontakt oft unterbrochen, da wir an verschiedenen Orten wohnen und in verschiedenen Gemeinden mitarbeiten. Nun ging es los, durch das schöne Tiergarten-Quartier hoch und dann durch den Wald zur Sichtern. Dieses Mal wurden wir sogar von einem Blindenhund i.A. (in Ausbildung) begleitet, einem schönen Grosspudel. Auf den Sichtern hörten wir zu unserm Thema ‚Auftrag für unser Leben: Umsetzen und h
andeln‘ einen Überblick über das Leben von Abraham, dem Stammvater der Juden und der Araber: Gott schaute nicht so sehr auf sein Handeln, sondern auf sein Vertrauen (Dies ist auch für uns ein Trost; misslingt doch vieles, was wir eigentlich gut beginnen wollten). Der Weg führte und durch Wald und Felder. Am Waldrand mit schönen Blick nun auf das im ’schwarzen‘ Nachbarkanton gelegenen Nuglar hörten wir dann Ausführungen zu grössten Gebot, dem Gebot der Liebe zu Gott, zum Nächsten und uns selbst. Alle diese drei Aspekte sind geheimnisvoll miteinander verbunden und daraus entsteht die Kraft zum Handeln. Der weitere Weg führte über die Ebenen und die Weiden von Muni. Im Wald sahen wir direkt neben dem Weg Grabspuren von Wildschweinen. Und dann war unser Ziel unerwartet da: die Jagdhütte in Schweini, zuoberst im Röserntal. Hier war Holz in Fülle, eine gut gepflegte Feuerstelle und bald konnten unsere Würste über der Glut braten.
Christian erzählte uns in der Wartezeit von den neuen Zielen des Bücherladens Arche: Der Verein reagierte auf Rückgänge im Bücherverkauf mit einem ‚Dennoch‘ und wandelte einen Teil der Verkaufsfläche in ein Café, einen Ort der Begegnung unter Menschen aus verschiedenen Gemeinden, um. Dies war gerade rechtzeitig beendet, denn plötzlich schüttete es aus Giesskannen. Zum Glück hatte die Jagdhütte einen grossen gedeckten Vorplatz, so dass wir das Essen im Trockenen geniessen konnten. Als wir wieder aufbrechen wollten, hatte der Regen auch schon aufgehört, eine wunderbare Planung. Nun ging es wieder zurück, durch die Wälder bis zum Beginn des Oristals, wo wir zum Abschluss im Versammlungsraum der Heilsarmee Liestal einkehren konnten. Nach einem kurzen Moment der Besinnung und des Singens verabschiedeten wir uns wieder voneinander. Alle waren um neue Erfahrungen und gute Begegnungen bereichert worden. Und vielfach hörten wir ‚Bis zur nächsten Wanderung …‘