Anlass vom 25. Mai 2024
Hallo

Nun, am 25. Mai haben wir uns wieder getroffen, zum zweiten Mal in diesem Jahr. Treffpunkt war der Bahnhof Riehen. Auf dem Weg zur Busstation erzählte uns Pierre, dass im Park, den wir passierten, einmal ein Heilbad hätte entstehen sollen. Dann kamen wir am Hofgut vorbei, das ursprünglich Johann Rudolf Wettstein gehört hatte. Diesem Politiker und auch Bürgermeister von Basel ist zu verdanken, dass die Eidgenossenschaft nach dem dreissigjährigen Krieg vom damaligen deutschen Reich selbständig wurde. Nach diesem Exkurs bestiegen wir den Elektrobus nach St. Chrischona. Hier begann unsere Wanderung. Die erste Station war der Fernsehturm. Dort erfuhren wir auf wen der Name der Chrischona zurückgeht, eine Einsiedlerin im 4. Jahrhundert, die mit Ottilie und Margaretha auf den Hügeln, die Basel umgeben, wohnten. Wenig später überquerten wir die Landesgrenze und wandten uns dem Ruschbachtal zu, das nach Wyhlen führt. Doch die kräftigen Regenfälle der vergangenen Wochen machte unseren Fussweg im Wald bald unpassierbar mit rutschigen Stellen und umgestürzten Bäumen über dem Weg. Also nochmals zurück. Zum Glück führt ein Mergelsträsschen am Rand des Tälchens ebenfalls nach Wyhlen. Hier wollten wir nicht durch die Ortschaft wandern, sondern stiegen wieder in vielen Windungen hoch, bis wir dem Rand eines Abhangs oberhalb von Wyhlen folgen konnten. Am Weg war auch eine Aussichtsplattform, das Chänzele, wo wir sogar Platz für unser gemeinsames Mittagessen fanden mit schönstem Ausblick auf das Dorf.

Der Weiterweg führt uns bald zum ehemaligen Kloster ‚Zur Himmelspforte‘, das ursprünglich den Prämonstratenser-Domherren gehörte. Ihr Gründer war ein Wanderprediger, und die Himmelspforte das Ziel eines Christen auf seinem Lebensweg. Hier
wurden wir von der Mesmerin empfangen. Sie erzählte uns kurz von der Bedeutung der Kirche als Wallfahrtsort, zeigte uns einig weniger augenfällige Details in der Kirche und führte uns auch in die Sakristei mit wunderbaren Messgewändern. Anschliessend hatten wir in dieser Kirche unseren besinnlichen Moment mit Gesang und Gebet. Im Anschluss folgten wir einem kleinen Betrachtungspfad mit geschnitzten Holzbildern zum Leben von Maria zu einer kleinen Lourdes-Grotte im Wald. Die Bemühungen dieser Kirchgemeinde, einen lokal wichtigen Andachtsort zu erhalten und pflegen, hat uns berührt.
Nun ging es weiter, wieder am Rand der Ortschaft unter einer Fluh durch zum Ortsende Richtung Rheinfelden. Hier am Kreisel ist die Endstation eines BVB-Buses nach Kleinbasel, den zwei Teilnehmer benutzten und sich von uns verabschiedeten. Die weiteren zogen auf allerdings asphaltierten Wegen quer über die Ebene zum Kraftwerk Augst mit seinen zwei Werken, zuerst dem deutschen und dann dem schweizerischen. Und gleich waren wir an der Busstation Stundeglas, wo wir uns verabschiedeten und in unterschiedlichen Bussen wegfuhren.
Inhaltlich haben wir uns weiter mit dem Thema Gesundheit auseinandergesetzt: medizinisch ist eine Säule der Prävention von chronischen Krankheiten die Bewegung, nicht nur als Sport, sondern auch im Alltag. Bereits 5-6’000 Schritte täglich sind dazu günstig und erhalten uns körperlich und geistig fit. Wer mehr machen will, kann zwischen einem Ausdauer (Kreislauf-)Training und einem Krafttraining wählen. Wichtig sind für Fortschritte Regelmässigkeit und Zeiten der Erholung dazwischen. In der Bibel ist das Wandern alltäglich. Spezielle Wanderungen sind die von Abraham aus der Euphratebene nach Kanaan, die Reise in Hungerzeiten nach Ägypten bei Abraham und Jakob und die Wüstenwanderung des Volkes Israel ins verheissene Land. Später führte Jesus das Leben eines Wanderpredigers und Paulus durchwanderte grosse Teile Europas auf seinen Missionsreisen.
Unsere nächste Wanderung ist nach einer Sommerpause am 17. August wieder im Oberbaselbiet.
Herzlich grüssen Euch
Pierre und Peter
P.S.: Wyhlen gehörte zum katholischen Habsburg, Grenzach und die Rheinebene zum protestantischen Herzogtum Baden. Dies erklärt die heute noch vorzufindenden Konfessionsmehrheiten der Ortschaften.

am 9. März haben wir die diesjährige Saison unserer Wanderungen gestartet. Der Himmel war bedeckt und regenfrei – das richtige Wetter für eine Wanderung. Wir trafen uns am Bahnhof Tecknau. Zuerst gingen wir parallel zur Eitalstrasse bis zum Portal des Bahntunnels. Danach führte uns der Weg auf der anderen Bahnseite wieder zurück, um dann im Wald zur Ruine Scheidegg hochzusteigen. Diese Ruine ist das erste Zeugnis einer unbekannten Kleinadelsfamilie, die auf der Ebene gegen Rünenberg hin Wald gerodet und so Land zum Eigentum erworben hatte. Die Fundgegenstände bei Ausgrabungen zeugen von einem Wohlstand dieser Familie. Doch im Jahr 1320 brannte die Burg komplett aus. Unser Weg führte uns dann durch den Wald leicht bergab und danach der Flanke des Rütebergs entlang. Beim Waldausgang befindet sich eine kleine Feuerstelle, an der wir unsere Mittagsteilete (alle Lebensmittel werden auf einem Tischtuch ausgebreitet und jeder bedient sich dort, wo es ihm schmeckt) abhielten. Danach ging es weiter mit schönster Aussicht auf Böckterfluh – Gelterkinden – Homberg zur Rünenbergerstrasse. Hier ist zwischen den Häusern 17 und 23 eine Baustelle geplant, auf die das archäologische Amt des Kantons schon längere Zeit wartet: unter dieser Parzelle wurden dicke Aussenmauern eines stattlichen Hauses und Keramikfragmente gefunden. Dieses Haus aus dem 14. 
Jahrhundert gehörte einer Kleinadelsfamilie, wahrscheinlich den Nachfahren der Familie auf der Burg Scheidegg. Wiederum fanden sich Hinweise auf einen Wohlstand der Besitzer. Es wurde im 17. Jahrhundert durch einen Brand vollständig zerstört. Unser weiterer Weg führte uns zum Kirchenrain bei der evangelischen Kirche. Hier zeugt ein fast unbekanntes Weglein von der ursprünglichen Bedeutung eines der angrenzenden Häuser, das Zehntenweglein. Hier befand sich die Zehntenscheune und der Sitz des Meiers. Hier wurden die jährlichen Abgaben der Bauern seit dem 11. Jahrhundert gesammelt, gelagert und den Lehensherren weitergegeben. Nach dem Aufheben der Feudalherrschaft in der Schweiz nach der Besetzung durch die Franzosen anfangs 19. Jahrhundert, erlitten die Gebäude verschiedene andere Nutzungen und wurden entsprechend umgebaut. Der aktuelle Besitzer hat wieder einiges des ursprünglichen Zustandes hergestellt. Nur schon die Grösse der Lagerstätten ist eindrücklich! In diesem Haus konnten wir im Gewölbekeller unseren besinnlichen Moment mit Liedern und Fürbitte abhalten. Die Akustik war dazu sehr geeignet. Anschliessend verabschiedeten wir uns voneinander.
Ich hoffe, Ihr könnt in dieser Weihnachts- und Jahreswendezeit Zeit zur Erholung, zum Entspannen und Ausstieg aus dem Hamsterrad des Alltags und der Arbeit finden, so dass ihr wieder kräftig und aufrecht stehen könnt (Diese von Schiffen verletzten Meeresschildkröten werden hier gesundgepflegt. Sie kreisen immer wieder im Becken und versuchen auszusteigen. Dieser Springbrunnen entsteht durch die Wellenbewegung zwischen Meer und einem Wasserbecken mit unterirdischer Verbindung.).