Vorschau Jahr 2023

Hallo
Ich bin jeweils von den kanarischen Pinien fasziniert. Vor 3-4 Jahren wütete ein verheerender Waldbrand in der Region, in der das Bild entstanden ist. Doch die Borke der Pinie ist so dick, dass sie nur ankohlt, der Baum darunter aber das Feuer übersteht. So treibt er bald wieder neu aus. Und die Samen in der Erde können so auskeimen. So geht es auch uns oft, dass durch eine Krise neue Chancen, Wege und Leben entstehen. Dies wünsche ich Euch für das kommende Jahr, das weiterhin von COVID-19 und dem Ukraine-Krieg überschattet ist.
Pierre hat bei unserer letzten Wanderung in Riehen auf die drei Hügel um Basel hingewiesen: Chrischona, Tülliger Hügel und St. Margarethen bei Basel, die im Mittelalter von drei Eremitinnen bewohnt waren. Daraus entstand die Idee für einen 3-Jahres-Plan für unsere Treffen.
Für das Jahr 2023 sieht dies konkret so aus: Als Thema für die Wanderungen haben wir Orte, die bei der Christianisierung in unserer Region eine Bedeutung hatten, gewählt. Über den Inputs steht das Thema ‚Phasen im Leben und Glauben‘.
18. März: Augusta Raurica (Christentum in der Römerzeit (4.Jh))
Thema: Kindheit und Jugend: Selbständigkeit
6. Mai: Tülliger Hügel mit der Ottilien-Kirche (Legenden im Raum Basel (5.Jh))
Thema: Eltern: Generativität (nicht nur Nachwuchs betreffend)
26. August: Bruderloch-Höhle bei Wenslingen (Christianisierung der Landschaft (6.Jh))
Thema: Grosseltern: Reife, Umsicht
28. Oktober: Leuenberg – Diegten (Eigenkirche Diegten (8.Jh))
Thema: Urgrosseltern: Lebens-Integration, Loslassen
Wir wünschen Euch allen eine schöne Adventszeit mit besinnlichen Momenten, eine erfüllte Weihnachtszeit und einen guten Rutsch ins Neue Jahr mit guter Gesundheit. Bliibed gsund!
Es grüssen Euch herzlich
Pierre und Peter
am 29. Oktober erlebten wir die letzte Wanderung in diesem Jahr. Sie fand in einem der letzten Spätsommertage statt mit bedecktem Himmel, etwas Sonne, angenehmer Temperatur und Sicht bis in den nahen Schwarzwald. Wir trafen uns dieses Mal in Muttenz. Zuerst besichtigten wir die St. Arbogast-Kirche, eine gut erhaltene Wehrkirche aus dem 15. Jahrhundert mit hoher Mauer und Eingangstoren wie bei einem Stadttor. Dieser Platz diente als Zufluchtsort der Bevölkerung bei Kriegswirren. Danach wanderten wir durch den alten Dorfkern, Aussenquartiere und Wald zur Wartenberg hoch, genauer zur vorderen. Auf dem Weg dorthin erfuhren wir etwas zu einer pädagogischen Theorie zur Entstehung von Werten, die die Grundlage für die Moral bilden. Ein Faktor zeigt sich hier als besonders wichtig: das persönliche Vorbild der Bezugsperson zum Kind. Wir haben auch gehört, wie Paulus dem jungen Timotheus, der schon Leiter einer Gemeinde war, erklärte, was ihn wertvoll für die anderen werden lässt: sein Vorbild und sein Achten auf die eigenen Begabungen und die überlieferte Lehre.
Auf der vorderen Wartburg erfuhren wir etwas zur Bedeutung des Ortes und der Geschichte der drei Burgen: Dieser Ort diente schon in vorhistorischer Zeit als Schutz- und Beobachtungsort. Dies konnten wir selber beim Blick in den Schwarzwald und die Rheinebene sehen. Die Römer benutzten den Standort für einen Wacht-und Meldeturm. Im Mittelalter war hier eine Burg der burgundischen Könige, direkt an der Grenze zum deutschen Reich. Im 12. Jahrhundert wurden die drei Burgen von den Grafen von Homburg erstellt, die vordere als Machtzeichen und zur Überwachung des untenliegenden Landes, die mittlere als Wohn- und Schutzburg und die hintere für Festlichkeiten. Im 2. Weltkrieg war die vordere Wartburg ein militärischer Stützpunkt. Diese drei Burgen haben wir dann auch besichtigt.
Bei der hinteren Ruine nahmen wir unser Mittagessen ein, bei schönster Aussicht und an einer gut eingerichteten Feuerstelle. Danach gingen wir weiter über die Ebene Richtung Pratteln und dann ins Dorf hinunter. Dabei kamen wir am Hof Mayenfels vorbei, wo auf einer Weide junge Zebras immer wieder durch eine Herde Perlhühner rasten. In Pratteln kehrten wir in der römisch-katholischen Kirche zu einer Besinnung ein. Und schon bald hiess es Abschied nehmen. Wir freuen uns aufs Wiedersehen in neuen Jahr.
am 27. August war nach der Sommerferienpause eine Wanderung der Männer-Bewegung. Wir trafen uns in Riehen. Trotz gleichzeitig in Pratteln stattfindendem EASF gelangten alle rechtzeitig dorthin. Nachdem auch die Teilnehmer aus Riehen zu uns gestossen waren, fuhren wir mit dem Bus zu unserem Ausgangspunkt nahe der Grenze bei der Eisernen Hand. Hier fanden wir die nächsten Grenzsteine mitten in Getreidefeldern. Beim nahegelegenen Wald trafen wir auf das Gebiet der Eisernen Hand. Dieses auf einer leicht erhöhten Ebene liegende Landstück ist von Riehen her leicht erreichbar und gegen Deutschland steiler abfallend. Wir durchquerten den Wald, wo Pierre uns terrassierte Flächen mit Ausrichtung gegen Riehen zeigte. Er selber vermutet, dass die Eiserne Hand zur Zeit der Kelten (im Gemeindegebiet von Riehen gibt es Funde aus verschiedenen kleinen keltischen Siedlungen) als Fluchtburg gedient hat und dass diese Terrassen mit Palisadenwänden geschützt zur Verteidigung gegen anstürmende Feine gedient hätten. Am andern Ende des Waldes kamen wir zu einer Feuerstelle oberhalb des Hofes Maienbühl. Hier genossen wir unser Mittagsessen wie gewohnt als Teilete, dieses Mal aber ohne Feuer wegen dem Feuerverbot.
Nach dem Essen begannen wir die eigentliche Umrundung der Eisernen Hand. Wir fanden alle eingezeichneten Grenzsteine und kontrollierten die verschiedenen Wappen: Grafen Reich von Reichenstein (Lehnherren des Herzogs von Österreich-Habsburg), Herzogtum und Grossherzogtum Baden. Auf eidgenössischer Seite ist auf dem ältesten Grenzstein noch das Wappen des Bischofs von Basel sichtbar (Stein 59). Kurz danach verliessen wir die Grenze und durchquerten den Wald bis zur höchsten Erhebung, wo Fundamente eines römischen Wachtturms oder eines mittelalterlichen landwirtschaftlichen Gebäudes sichtbar sind. Dann gelangten wir wieder auf die andere Waldseite beim Maienbühl. Wir folgten der Grenze weiter bis in die Nähe des Inzlingers Zoll. Von dort folgten wir dem Aubach bis nach Riehen. Hier zeigte uns Pierre einiges zur Geschichte des Riehener Spitals, die eng mit der Diakonissenhauses verbunden ist, und dann das neu umgebaute Spital, das nun als geistlich-diakonisches Zentrum u.a. Wohnungen für den Freundeskreis des Diakonats anbietet. Hier wohnt auch Pierre. Nach Kaffee und Kuchen im Cafe Spittelgarte endete dieser denkwürdige Tag.