Vorschau Anlass vom 28. März 2015
Hallo
Pierre und ich haben bereits unsere nächste Wanderung am 28.3. erkundigt. Diese wird im anbrechenden Frühling wunderschön sein. Eigentlich führt sie durch unspektakuläre Gebiete, die gerade deshalb meist unbekannt sind und doch viele Schönheiten und Hinweise auf alte Zeiten enthalten.
Wir werden durch den ältesten Dorfteil von Sissach gehen, an der ARA Sissach vorbei und entlang der Ergolz bis vor Lausen. Dort stiegen wir hoch zum Tunnelportal der A2 und durch den Wald hinunter ins Edletental und nochmals hoch am Chlei Grammel vorbei zum Naturschutzgebiet Grammel. Dieser Weg ist gekennzeichnet durch viele Hecken, Waldränder und Vorgärten zu den Häusern mit vielfältigen Sträuchern und Blumen. Dabei sind unzählige Vögel zu beobachten. Am Chlei Grammel werden wir am Feuer unser traditionelles Mittagessen als Teilete halten. Die weitere Wanderung führt zur Kirche Lausen, einer der ältesten Kirchen im Kanton mit z.T. noch erhaltenen vorreformatorischen Wandbemalungen, an der ehemaligen Cheditti, der Firma für Sprengstoff- und Plastikherstellung, und der darin integrierten Siedlung des Arbeitslagers für Arbeitslose 1937-39 und den Resten der römischen Wasserleitung von Liestal nach Augusta Raurica entlang ins Aussenquartier Heidenloch und Brunnmatt. Über diese Orte werden wir uns jeweils informieren. Z.B. kommt der Name Heidenloch davon her, dass noch im Mittelalter und seither ein Wissen bestand, dass hier die Römer, die ja Heiden gewesen waren, dort ein Stauwehr und eine Wasserfassung erbaut hatten. In Liestal geht es wiederum an schönen Gärten vorbei entlang der Ergolz bis an die Rosenstrasse.
Hier stiegen wir dieses Mal nicht im Trainingszentrum der Kunstturner ab, sondern gerade daneben und besuchen der ‚Raum der Stille‘, der von der Gemeinde Bewegung plus gestaltet wurde. Diesen Raum werden wir uns in Ruhe anschauen, denn dies ist ja der Sinn und Zweck dieses Raumes. Auf dem Weg werden wir Informationen zu Möglichkeiten, Gott zu begegnen, erfahren und auch zur speziellen Form der Stille oder Meditation.
Danach begeben wir uns zum Bahnhof Liestal und fahren nach Sissach zurück, rechtzeitig, dass wir uns nach 15Uhr voneinander verabschieden können und wieder zu unseren Familien gelangen.
Wir freuen uns, viele von Euch an diesem Tag zu sehen.
Herzlich grüssen
Pierre und Peter

Am 22. November haben wir uns wieder getroffen. Die Wanderung nahm ihren Ausgangspunkt auf der Buuseregg zwischen Rickenbach und Buus. Beim Start liefen wir in dichtem Nebel, und wir wussten nicht, ob es so weitergehen würde (was eigentlich auch einmal reizvoll ist). Auf der Flue am Farnsberg waren wir jedoch im Sonnenschein und der Nebel lag schon unter uns. Die Sonne begleitete uns dann den ganzen restlichen Tag. Auf dem Weg setzen wir uns mit dem Thema unserer Verantwortung in der Beziehung zu Gott auseinander. Das Alte Testament kennt schon im ersten Buch verschiedene Begriffe für Gott, die jeweils unterschiedliche Aspekte beleuchten und auch eine Entwicklung in der Beziehung zu diesem anfangs unbekannten ‚Wesen‘ anzeigen: ‚der Allmächtige‘,‘ der Schöpfer‘ -‚ Herr‘ – der persönliche Name: ‚Jahwe‘. Im Neuen Testament wird dies nochmals konkretisiert durch ‚Jesus Christus‘. Hier liegt ein Reichtum für jeden brach und gleichzeitig wird ein Weg zum Kennenlernen des ‚Wesens Gott‘ vorgezeichnet. Ein anderer Text zeigt am Beispiel des Volkes Israel, das durch die Wüste bis an die Grenze des verheissenen Landes gewandert ist, die unterschiedlichen Perspektiven einer menschlichen und einer göttlichen Sicht auf: Das Volk sah ein unbekanntes Ziel vor sich, das für es nicht greifbar war, und viele Widerstände auf dem Weg dahin (Feinde, Durst, Hunger, Umherirren in der Wüste), die scheinbar sinnlos wirkten und zu Murren und Hadern veranlassten. Gott sieht vom zukünftigen Leben im verheissenen Land her zurück; er sieht den ‚roten Faden‘ in all diesen Ereignissen und eröffnet dem Volk, dass er es auf dem ganzen Weg getragen habe, wie ein Vater seinen Sohn trägt.
Bubendorf durchs bereits abgelegen wirkende Unglental entlang eines kleinen Baches. Bevor wir auf die Höhe gelangten, machten wir eine kurze Pause bei einem Biotop, Pierre nahm die Verantwortung des Geburtshelferkröten-Männchens für seinen Nachwuchs – es trägt die Eierschüre an seinen Hinterbeinen, bis die Kaulquappen schlüpfen – und erzählt von seinem Ziel, in der Oberstufe den Schülern den Blick von sich alleine auf ihre Verantwortung, selbständig zu werden und in einem Beruf Fuss fassen, Verantwortung für eine Partnerin/einen Partner und dann die Familie und letztlich Verantwortung für die Gesellschaft zu übenehmen. Ein gutes Vorbild kann da echte Hilfe sein.
hunderte-alter Tradition bewahrte Kulturlandschaft mit Hochstammbäumen, Feldern mit Hecken und Steinhaufenbegrenzungen, Fischteich, lockerem Eichenwald für die Schweinemast, Bauernhof und Herrschaftssitz. Beim Fischteich war der nächste Halt mit einer Information zum Leben von Paul Vogt, dem ehemaligen Flüchtlingspfarrer im 2. Weltkrieg. Er hatte schon früh von den Auswirkungen der nationalsozialistischen Ideologie erfahren und vor ihren Folgen gewarnt. Als Pfarrer setzte er sich für Notleidende praktisch ein, zuerst für die Arbeitslosen in vorderen Appenzell Ausser-Rhoden und dem Rheintal. Dabei zeigte sich schon seine hohe Effektivität im Fund-raising und Werben für seine Anliegen. Dies nutzte er später auch für Flüchtlinge in der Schweiz, für die er Betreuungsplätze und Weiterreisegelegenheiten organisierte. Er war stets ohne Wenn und Aber seinem Gewissen Gott gegenüber verpflichtet.
Weiter ging es durch den Eichenwald mit seine bizarren, alten Bäumen. Hier erschien auch die Sonne, die uns nun weiterhin begleitete. In der Mittagsrast gelang es Pierre mit dem vom Regen der vorherigen Nacht feuchten Holz ein bäumiges Feuer zu entfachen,
so dass alle Würste richtig schön gebraten werden konnten. Danach zogen wir weiter an schottischen Hochlandrindern vorbei, an den Scheunen, die an Jeremias Gotthelf’s Beschreibungen erinnerten, und dem Schloss ins Tal des Fluebachs. Hier führt der Weg entlang einer Felswand und endet plötzlich in einem Kessel beim Sormattfall. Weiter geht es hinter oder vor dem Wasserfall vorbei rasch bergab durch dem Buchenmischwald. und wieder über eine Anhöhe nach Bubendorf. In der Kirche fanden wir Gelegenheit zur dankbaren Erinnerung an den Tag und zum gegenseitigen Segnen. Die Zeit war wie im Fluge vergangen. Wir verabschiedeten uns bis zu unserem nächsten Treffen am 22. November.
Beim Mittagessen teilen wir unsere Schätze, so dass jeder aus einer Vielfalt auslesen kann. Dazu haben wir Gelegenheit, Mitgebrachtes zu grillieren. Und natürlich Zeit und Gelegenheit zum miteinander Reden.
Nach dem Essen gehen wir zum Hof und zum Schloss. Der Weg führt an der Burgmauer vorbei zum Sormattbach, der über eine Kalksteinstufe in einem Wasserfall herunterstürzt. Der Weg führt direkt dahinter durch. Er folgt dann eine zeitlang dem Bach, bis wir wieder nach Bubendorf abzweigen. In der Kirche werden wir dann einen Moment der Besinnung pflegen.