Vorschau Anlass vom 25. Mai 2013
vor zwei Tagen waren Pierre und ich unterwegs und haben uns die nächste Wanderung angeschaut. Es wird landschaftlich und botanisch eine der schönsten Wanderungen werden, die wir bisher durchgeführt haben. Und wir haben wieder viel Zeit fürs gemeinsame Gespräch.
Wir werden mit dem Bus 10:03 in Sissach ab (Besammlung wie gewohnt hinter der Kantonalbank Punkt 10:00) nach Eptingen fahren. Vor dort wandern wir bergauf ins Gebiet Walten und Eichelbergfue. Der Weg führt durch Trockenwiesen und
Mischwälder mit viel Unterholz. Wir haben auf dem Weg Knabenkräuter gesehen und viele Knospen anderer Orchideen. Das Unterholz ist voll interessanter Sträucher: Stechpalmen, Buchs und Ginster. Die Aussicht Richtung Challhöhe oder Bölchen und Passwang ist fantastisch. Immer wieder gibt es Wiesenränder und Felsen, die diesen Ausblick möglich machen. Dann führt der Weg unter den Felswänden des Walten durch, eine Gegend voll Gräben und Steinbrocken wie in einer anderen Welt. Wir gelangen auf eine grosse Trockenwiese, die im Moment voll blühender echter Schlüsselblumen ist (die mit den dunkelgelben Blüten) und wenn wir Glück haben bei unserer Wanderung voll Orchideen. Auf einer Wiese fand ich schon Orchideen wie im Chilpen. Jetzt geht es nochmals kurz hoch zu einer Flue, die den Namen Refugium oder Schanz hat. Hier finden sich neben Spuren von Gemsen und Wildschweinen Reste einer Mauer, die zu einem Wehrturm der älteren Burg Wild-Eptingen gehört, die wahrscheinlich im 12./13. Jahrhundert gebaut worden war, wenig später aber zu Gunsten einer grösser ausgebauten Burg gegen den Dietisberg hin verlassen wurde. Hier werden wir an einem Feuer unser Mittagsmahl haben. Hinunter führt uns der Weg zur Eichelbergflue, einem Aussichtspunkt oberhalb von Eptingen, und durch Buchsbüsche und Ginster wieder nach Eptingen zurück. Hier werden wir den Nachmittag in der Kirche abschliessen.
Inhaltlich werden wir uns mit verschiedenen Aspekten derjenigen Lebensepoche auseinandersetzten, die gezeichnet ist durch Sturm und Drang, grosse Visionen und Ideale, Aufbau eines Lebens der fast unbegrenzten Möglichkeiten. Auch im geistlich-spirituellen Leben finden sich dazu Parallelen.
Wir laden Euch alle herzlich ein, am 26.5. dabei zu sein.
Herzlich grüssen
Peter und Pierre
letzten Samstag hatten wir Glück auf unserer Wanderung. Mitten in einer Woche mit Hochnebel, Kälte und Schneeregen erwischten wir den einzigen Tag mit Sonne und wärmeren Temperaturen. Wir wanderten von Tenniken auf der Talseite der Autobahn – aber weiter oben und meist ausserhalb der Seh- und Hörweite der Autobahn – nach Diegten. Zuerst folgten wir einem kleine Tal, das vom Schiesstand durch den Wald und an zwei kleinen, vereisten Weihern vorbei in die Höhe ging. Dort am Waldrand stiess auch unser letzter Teilnehmer zu uns.
Nun waren wir also komplett. Wir folgten dem Weg, der auf einer Talschulter lag. Wiesen, Waldränder, Hecken, Bauerhöfe mit ihren Tieren waren unsere Begleiter. Die Aussicht in den Jura war klar und schön. Wir setzten uns mit unserer Lebensphase nach der Jugend auseinander, in der wir voll Träume, Visionen und Hoffnungen sind und vieles sich um unsere berufliche Karriere und die Familie dreht. In dieser Phase erleben wir oft ein erstes Ansprechen durch den Heiligen Geist, der auch durch Mitmenschen zu uns redet, Menschen, die uns etwas zutrauen, die für uns eine Perspektive und Entwicklungsmöglichkeit sehen und uns so fördern. Leute, die uns für etwas begeistern können. Leute, die selber zu ihren Fehlern und Schwächen stehen können. Leute, die etwas Positives ausstrahlen. Bei einigen hat dies schon in der Sonntagsschule begonnen. Jeder hat wahrscheinlich in seinem Leben solche Personen getroffen und sich ein Stück von ihnen prägen lassen. So wollen wir selber ja auch werden, Vorbilder, Vermittler von Hoffnung und Perspektive. Doch dazu braucht es die Auseinandersetzung mit den eigenen Schwächen, den unschönen Seiten, den Fehlern. Manchmal ist auch ein regelrechtes Scheitern oder leidvolle Erfahrung „nötig“. Diese Gedanken vertieften wir im gemeinsamen Gespräch.
So gelangten wir an einen windgeschützen und hellen Waldrand, wo wir unser Pcknick zusammenlegten für eine gemeinsame Tafel. Jeder fand etwas für seinen Geschmack und es war genug da für alle. Unser weiterer Weg führte uns ins Tal bei Diegen mit dem Hof Wiseli, wo sich uns für ein langes Wegstück ein Hofhund anschloss. So kamen wir immer näher nach Diegten und bald waren wir schon im Dorf, wo uns der Weg zur Kirche führte. Pierre wies uns auf die Reste der Burgruine unterhalb der Kirche hin, die auf die frühe Geschichte Diegtens hinweist. In der Kirche zeigte er uns die Idee auf, die 1958 vom Diegter Künstler Walter Egli renoviert und neu gestaltet worden war: das gemeinsame Thema der Kirchenfenster ist das verheissene und früher verlorene Paradies. Hier wurden wir eine Weile still und konnten für die gemeinsame Zeit danken.

Auf der Thürner Fluh genossen wir erstmals den Weitblick übers Tal und die Sonne. Dort fanden wir auch eine interessante Gesteinsschicht, die aus vielen kleinen Steinen mit Kalk zusammengebacken war und früher wegen ihrer Beständigkeit für Gemeindegrenzsteine verwendet wurde. Auf dem Weg setzten wir uns mit den Grundzügen für unsere zukünftige Lebenszeit auseinander: der junge Mann, der mit viel Idealismus in die Welt strebt und vieles aufbauen will, auch eine gesicherte Stellung, die es ihm ermöglicht, eine Partnerin und Kinder durchzubringen – die Krise der Lebensmitte mit den ersten bittern Erfahrungen der (enger werdenden) körperlichen Grenzen, von Entlassung, Scheidung, Bruch der Beziehungen zu den Kindern, Suche nach Sinngebung und Sinnstiftung. Hier tritt oft eine wichtige Weichenstellung ein, indem ich an den alten Idealen und der Selbstfindung festhalte und letztlich zu einem alten Narren werde oder indem ich die Verletzungen trage und lerne, Altes loszulassen, mit mir und andern barmherzig zu sein und letztlich zu einem weisen Alten, einem echten Grossvater voll Liebe und Geduld, einem Ratgeber für andere zu werden. Dieses Werden in der Entwicklung eines Mannes haben wir dann an einem persönlichen Beispiel konkret erfahren.
Auf dem Rückweg kehrten wir in der Kirche in Diegten ein und genossen die Eindrücke von Farben, Grösse und Stille. Als Antwort auf den ganzen Tag stimmten wir in ein bekanntes Lied ein. Kurz danach trennten sich unsere Wege wieder, aber wir nahmen einen gemeinsamen Sack an Erinnerungen an Gemeinschaft unter Männern und Erleben der Natur mit uns und auch die Vorfreude auf das nächste Treffen im Frühjahr 2013.
in wenigen Tagen, am Samstag 3.11., treffen wir Männer uns erneut und lassen uns bei einer leichten Wanderung zum Thema: