Vorschau Anlass vom 29. Oktober 2016
Hallo
in gut zehn Tagen ist wieder ein Treffen der Männer-Bewegung. Pierre und ich haben vor Kurzem die Wanderung erkundet. Wir werden eine Fülle an Eindrücken erfahren in der reichen Natur am Rand einer Juratafel. Nach dem Zusammentreffen in Sissach um 10 Uhr werden wir dieses Mal mit dem PW nach Wintersingen fahren. Den Dorfkern bilden wohlhabende und schön gepflegte Bauernhäuser. Unser Weg führt uns rasch an der Flanke der Tafel hoch zum und durch einen grossen Rebberg. Und gleich tauchen wir in den Wald, der an der Westflanke der Tafel wieder nach unten führt. Auf diesem Weg durch einen bunten Mischwald haben wir frische Grabspuren von Dachslöchern direkt am Weg gefunden. Und bald geht es wieder in einem kleinen Tälchen hoch auf die Tafel, entlang eines kleinen Baches mit Wiese, kurzer Schlucht-artiger Enge und oben gesäumt von Hecken mit Zwetschgen und Hagebutten und vielen Vögeln. Der Weg bleibt ein Stück auf dieser Ebene, die der eigentlichen Tafel noch vorgelagert ist. Und von hier steigen wir kurz hoch an den Rand des nächsten Rebberges und durch einen kleinen Wald auf eine Lichtung inmitten von Föhren und Wildäpfel-Bäumen. Hier ist unsere Feuerstelle für die Würste zum Mittagessen. Danach geht es kurz denselben Weg zurück und durch die Rebberge gegen die Rickenbacher Höhi. Weiter wandern wir dann durch Weideland wieder hinunter zur Kirche von Wintersingen.
Auf dem Weg werden wir uns mit Aspekten zum Thema ‚Weitergeben‘ im Zusammenhang mit dem Thema ‚Meine Vision für mein Leben‘ beschäftigen. Was ist im Begriff ‚Wetergeben‘ enthalten und was unterscheidet ihn von reinen ‚Weitersagen‘?
Die Kirche von Wintersingen ist speziell. Erstens liegt sie etwas oberhalb des Dorfes gegen Nusshof (ehemals ein Weiler gehörend zu Wintersingen oder auch das Armenviertel von Wintersingen) zu, so dass man Wintersingen zu Füssen gut überblicken kann. Zweitens hat sie die Form eines gleichschenkligen L. Auf der einen Seite kamen die Bewohner von Wintersingen hoch, auf der andern Seite von oben her die von Nusshof. Scheint’s mussten vor allem die Männer so getrennt werden, dass sie sich nicht sehen konnten, nur den Pfarrer, der in der Verbindung der beiden Kirchteile predigte, Dennoch habe es nach dem Gottesdienst oft Prügeleien zwischen beiden Parteien gegeben. Heute sei es nicht mehr so. Nur noch die Alteingesessenen halten sich noch an diese Sitzordnung. Hier werden wir eine kurze Zeit einkehren und nochmals den Tag vor unseren Augen vorbeigehen lassen.
Und schon ist wieder Zeit für die Heimfahrt, zuerst nach Sissach, wo wir uns verabschieden werden. Pierre und ich sind schon daran, fürs nächste Jahr wieder vier Wanderungen in toller Natur und mit ansprechenden, interessanten Themen vorzubereiten. Angaben dazu folgen später.
Herzlich grüssen Euch
Pierre und Peter
am 1.Oktober sind wir wieder zusammen losmarschiert. Halt, zuerst haben wir uns ausgiebig begrüsst, haben sich die meisten doch schon mehrfach gesehen; und im Alltag ist der Kontakt oft unterbrochen, da wir an verschiedenen Orten wohnen und in verschiedenen Gemeinden mitarbeiten. Nun ging es los, durch das schöne Tiergarten-Quartier hoch und dann durch den Wald zur Sichtern. Dieses Mal wurden wir sogar von einem Blindenhund i.A. (in Ausbildung) begleitet, einem schönen Grosspudel. Auf den Sichtern hörten wir zu unserm Thema ‚Auftrag für unser Leben: Umsetzen und h
andeln‘ einen Überblick über das Leben von Abraham, dem Stammvater der Juden und der Araber: Gott schaute nicht so sehr auf sein Handeln, sondern auf sein Vertrauen (Dies ist auch für uns ein Trost; misslingt doch vieles, was wir eigentlich gut beginnen wollten). Der Weg führte und durch Wald und Felder. Am Waldrand mit schönen Blick nun auf das im ’schwarzen‘ Nachbarkanton gelegenen Nuglar hörten wir dann Ausführungen zu grössten Gebot, dem Gebot der Liebe zu Gott, zum Nächsten und uns selbst. Alle diese drei Aspekte sind geheimnisvoll miteinander verbunden und daraus entsteht die Kraft zum Handeln. Der weitere Weg führte über die Ebenen und die Weiden von Muni. Im Wald sahen wir direkt neben dem Weg Grabspuren von Wildschweinen. Und dann war unser Ziel unerwartet da: die Jagdhütte in Schweini, zuoberst im Röserntal. Hier war Holz in Fülle, eine gut gepflegte Feuerstelle und bald konnten unsere Würste über der Glut braten.
Christian erzählte uns in der Wartezeit von den neuen Zielen des Bücherladens Arche: Der Verein reagierte auf Rückgänge im Bücherverkauf mit einem ‚Dennoch‘ und wandelte einen Teil der Verkaufsfläche in ein Café, einen Ort der Begegnung unter Menschen aus verschiedenen Gemeinden, um. Dies war gerade rechtzeitig beendet, denn plötzlich schüttete es aus Giesskannen. Zum Glück hatte die Jagdhütte einen grossen gedeckten Vorplatz, so dass wir das Essen im Trockenen geniessen konnten. Als wir wieder aufbrechen wollten, hatte der Regen auch schon aufgehört, eine wunderbare Planung. Nun ging es wieder zurück, durch die Wälder bis zum Beginn des Oristals, wo wir zum Abschluss im Versammlungsraum der Heilsarmee Liestal einkehren konnten. Nach einem kurzen Moment der Besinnung und des Singens verabschiedeten wir uns wieder voneinander. Alle waren um neue Erfahrungen und gute Begegnungen bereichert worden. Und vielfach hörten wir ‚Bis zur nächsten Wanderung …‘
Bei der letzten Wanderung haben wir uns in Lausen getroffen, acht Männer im Alter ab 10 Jahren (und etwas älter). Der Weg führte uns zu Beginn an schönen, blühenden Gärten vorbei auf die Höhe oberhalb des ehemaligen Steinbruchs von Lausen. Hier am Waldrand mit Blick aufs ganze Ergolztal hatten wir den ersten Gedankenanstoss, der uns vom Wahrnehmen von Hinweisen auf unserem Lebenweg (dem Thema der vorletzten Wanderung am Adlerberg) zum Bitten und Danken führt. Bitten und Danken im gleichen Atemzug genannt, da unsere Begabungen oft mit Ecken und Kanten versehen sind, die uns auch zu schaffen machen. Doch gerade dies kann uns weiterhelfen, unseren Lebensweg zu finden. Ermutigend für uns waren Hinweise aus medizinischen Studien, dass bei Krankheiten Gebet für sich oder für andere eine positive Wirkung auf den weiteren Krankheitsverlauf gezeigt haben. Diese Gedanken begleiteten uns eine Zeitlang. Der Weg führte weiter duch den Wald auf einem Waldlehrpfad. Dies war gerade für unsern jüngsten Mann lehrreich und interessant. Bei den ehemaligen Tongruben hatten wir den zweiten Halt mit einem weiteren Gedankenanstoss zum Thema: Wem schulde ich eigentlich Dank? Wer ist der Geber aller Gaben? Unser Schaffen allein bringt das, was wir im Wald und auf den Feldern am Wachsen, Blühen und Frucht Bringen sehen, nicht zustande. Auch diese Gedanken begleiteten uns auf dem nächsten Stück des Weges. Wir hatten genügend Zeit, die Tongruben zu besichtigen und dann weiter dem Weg entlang der Tafeln mit Informationen zu Bäumen und Tieren des Waldes zu folgen, bis wir am Waldrand oben bei Ramlisburg unsere Grillstelle erreichten.
Hier zündeten wir ein zünftiges Feuer an, das dem einsetzenden Nieselregen trotzte und die Würste zu herrlichem Duft erweckte. Während des Essens beobachteten wir zwei Gewitterzüge, die von Süden östlich und westlich von unserem Standort mit heftigstem Regen vorbeizogen, ein eindrückliches Schauspiel !. Punktlich zur Weiterreise hörte der Niesel auf und wir gelangten trocken nach Ramslinsburg, wo wir in der Kirche Halt machten. Dieses Gebäude wurde von einem Gast der Gemeinde gestiftet und lässt uns stimmungsmässig und farblich an die Arche und die Sintflut erinnern. Wir genossen einen Moment der Stille, des Dankes und der Bitte füreinander. Der weitere Weg führte im Wald an Rand der Zunzger Hard nach Sissach zurück. Hier holte uns der Regen nochmals ein. Doch dies konnte unsere Stimmung nicht mehr trüben. Wir hatten viel miteinander zu reden und auszutauschen, zu den Gedankenanstössen des Vormittags oder zu Erlebten aus unserm Leben und mehr. Hier in Sissach verabschiedeten wir uns in der Gewissheit, dass wir uns im Herbst wiedersehen können.