Anlass vom 13. April 2019

 Hallo

zu unserer letzten Wanderung könnte man als Titel das Sprichwort „Wenn Engel reisen, lacht der Himmel.“ setzen. Der Wetterbericht hatte bis am Morgen noch für diesen Tag Regenschauer am späteren Vormittag und wieder am Nachmittag angekündigt. Doch davon liess sich eine grosse Anzahl Männer nicht abhalten. Und eben: der Himmel war zum Wandern angenehm bewölkt, jedoch fiel nie ein Regentropfen. Die Kehrseite war, dass die Berner Alpen, die Pierre und ich beim Erkunden noch gesehen hatten, für uns unsichtbar blieben. Doch wie heisst es in einem andern Sprichwort „Dä Füfer unds Weggli …“.

Nun der Reihe nach. Wir stiegen in den Wald und hoch Richtung Wölflistein. Da ich mehrere Male andere Wege einschlug, als wir sie auf der Erkundung vorgesehen hatten, errichten wir nicht das Refugium, ein Ort der wahrscheinlich als Fluchtburg für den Ort Sissach gegen herumziehende Räuber- und Soldatenbanden diente, sondern zum sogenannten Känzeli, einem Aussichtspunkt auf einem Fels, der einen direkten Ausblick aufs Dorf und die gegenüberliegende Fluh bot. Hier war die erste Pause mit Input zum Thema Wachsen und speziell sich dafür Öffnen. Wachstum ist jedem Lebewesen gegeben: in der ersten Lebensjahren steht das körperliche Wachstum im Vordergrund, später dann die Ausprägung der eigenen Persönlichkeit. Erik Erikson hat dies in seiner Entwicklungspsychologie in Abschnitte von 7 Jahren eingeteilt: Stichworte zu den ersten Phasen sind Urvertrauen – Autonomie – Initiative – Leistung. Sind diese Phasen gut durchlebt worden, ist eine Persönlichkeit entstanden, die sich den nächsten Aufgaben zuwenden kann: Identität – Intimität – Generativität – Ich-Identität. Aus dem Ich entsteht ein Wir, in dem eine Familie Platz finden kann. Und nach Auszug der Kinder sollte, wenn alle Phasen und deren Übergänge gut gemeistert worden sind, ein reifer Mensch da sein, der sich für die Gesellschaft einsetzen kann. Ziel ist, dass Leben und Erfahrung an die nächste und evtl. auch übernächste Generation weitergegeben wird. In vielen, sogenannt einfachen Völkern ist dies noch in den Strukturen sichtbar: Die jungen Erwachsenen heiraten mit  Eintreten der Geschlechtsreife, zeugen Kinder und Erarbeiten den Unterhalt für die Sippe, Die Grosseltern, die ja noch relativ jung sind, können ein Glied zurücktreten und übernehmen die Aufgabe der Betreuung der Kleinkinder und die Urgrosseltern mit etwa 45 Jahren kümmern sich um das Wohl der Sippe und des Stammes.

Nun ging es weiter im Wald hoch bis zum Hof oberer Wölflistein, wo wir entlang herrlich blühender Kirschbäume wanderten. Etwas weiter oben am Waldrand machten wir den zweiten Halt: Die Übergabe von einer Generation zur nächsten erfolgt leider häufig mit Brüchen. Das alte Testament berichtet uns von zwei Modellen der Verantwortungsweitergabe: Der (meist temporäre) Führer des Volkes wurde ausgewählt und angelernt oder direkt berufen: Mose und Josua, Elia und Elisa; die Richter und die meisten Propheten. Das Priestertum und speziell das Amt des Hohenpriesters wurde vererbt. Und da erfahren wir schon von unwürdigen Nachfolgern (die Söhne Elis, bei dem Samuel aufwuchs). Und als das Volk von Gott das Einsetzen eines Königs ertrotzte, geschah auch hier die Weitergabe mindestens in Juda erblich. Und mehrfach steht geschrieben, dass der Sohn nicht auf denselben Pfaden wandelte wie der Vater. An einem persönlichen Beispiel von misslungener Weitergabe von einer Generation zur andern sehen wir wichtige Elemente zum Gelingen: Offenheit füreinander, Gesprächsbereitschaft, Miteinander den Plan entwickeln, Bereitschaft zum Loslassen der Älteren und Bereitschaft zum aus den Wegen der Eltern treten können bei den Jüngeren.

Nach diesen geistigen Herausforderungen folgte nun eine körperliche. Wir folgten in einen kleinen Tal einen von Brombeeren und umgestürzten Bäumen durchsetzten Weg hoch, bis wir wieder einen guten Weg erreichten. Alle meisterten diese Aufgabe vorzüglich. Nun auf der Ebene kurz vor der Tenniker Flue hiess es wieder Äste für ein Feuer sammeln. Auf der Flue wurde sogleich das Holz fachgerecht aufgeschichtet und wenig später loderten die Flammen. Wie gewohnt teilten wir unsere mitgebrachten Gaben, brieten unsere Würste (auch der Hund erhielt ein Häppchen davon) und diskutierten heiss. Nach dem Essen ging es auf kurzem Weg hinunter ins Dorf Tenniken. Wir machten wieder eine Variante zum erkundeten Weg und gelangten so am Brunnen oberhalb des Rebberges vorbei. Der Weg führte uns nun direkt zur Ortskirche. Hier kehrten wir ein zum Danken und zu Fürbitte füreinander. Und dann ging es kurz: Bus bis Sissach, Abschied nehmen und in alle Himmelrichtungen verstieben, aus denen wir am 1. Juni uns zur nächsten Wanderung wieder einfinden werden.

Inzwischen grüssen Euch herzlich

Pierre und Peter

 

 

Vorschau Anlass vom 13. April 2019

Hallo

Pierre und ich haben gerade unsere nächste Männer-Bewegung vom 13. April erwandert. Wir werden in Sissach starten und den Hügel südöstlich des Bahnhofs hochsteigen. Zuoberst auf dem Hügel Burgenrain ist eine Waldlichtung, Refugium bezeichnet, die auf eine alte keltische Höhensiedlung zurückgeht . Diese wurde im Mittelalter wie die Sissacherflue in eine Fluchtburg erweitert. Von hier geht es zum Hof oberer Wölflistein und weiter zum Brandrain. Im Wald ist der Weg bergauf selten begangen und im Moment auch stellenweise von Ästen bedeckt, über und neben denen wir gut vorbeikommen können. So erreichen wir das Plateau, an dessen Rand die Tennikerflue liegt. Hier geniessen wir die Aussicht ins Diegtertal und den Jura. Bei schönem Wetter sind von hier aus Eiger und Mönch erkennbar. Auf der Tennikerflue oder an der nahen Feuerstelle des oberen Gisibergs werden wir das Mittagessen einnehmen. Nach dieser Pause zum Auftanken und miteinander reden gehen wir über die Seematt nach Tenniken. Hier werden wir in der Kirche wiederum unsere Besinnung zu unserer Begegnung halten.

Thematisch haben wir uns für dieses Jahr zum Thema ‚Wachsen‘ entschieden. An diesem Anlass beginnen wir mit dem Aspekt ’sich öffnen‘. Was heisst dies aus psychologischer Sicht? Welche Beispiele finden wir in der Bibel dazu? Was ist dabei gelungen oder was ist misslungen? Dazu hören wir noch ein persönliches Beispiel.

Ich hoffe, dass wir Dich / Euch so ‚gluschtig‘ machen konnten. Komm / kommt doch einfach mit. Wir werden uns um 10Uhr hinter der Kantonalbank Sissach auf dem Parkplatz treffen.

Herzlich grüssen

Pierre und Peter

Vorschau Jahr 2019

Hallo

Weihnachten und bald danach Neujahr stehen vor uns. Wir möchten Euch noch die letzten Neuigkeiten dieses Jahres mitteilen und auch schon einen Ausblick aufs kommende Jahr geben.

Am 17. November haben sich einige von uns nochmals getroffen und aus der immensen Sammlung von Ueli Fotos zu den vielen bisherigen Treffen angeschaut. Dies war von ihm sehr abwechslungsreich dargestellt worden und viele schöne Erinnerungen wurden so geweckt. Danach zeigte uns Philipp kurze Videoszenen (Da beide nicht oft gemeinsam an den Treffen teilnehmen konnten, war dies eine gute Ergänzung). Die Technik war leider nicht perfekt, was die Freude an den Bildern nur wenig trübte. Doch inzwischen haben wir gelernt, so dass es ein weiteres Mal besser sein wird. Dieser Anlass fand grosse Anerkennung, so dass wir eine Neuauflage im November 2019 vorsehen werden.

Nun ist die Planung fürs 2019 auch erfolgt. Wir werden uns wieder vier Mal treffen vom Frühling bis zum späten Herbst. Da Pierre in diesem Jahr von Diegten nach Riehen umziehen wird, haben wir uns geographisch für Orte vom Diegtertal bis nach Riehen entschieden: Gisiberg, Tenniken – Bergflue, Diegten – Schauenburgflue und Riehen. Das Thema lautet ‚Wachsen‘. Wir werden unterschiedliche Aspekte dazu ansprechen und hoffen, dass so wieder angeregte Gespräche zum Thema oder zu unserem Leben entstehen werden. Der neue Prospekt liegt schon zum Download bereit.

Nun möchten wir Euch allen eine besinnliche Weihnachtszeit und einen guten Wechsel ins neue Jahr wünschen. Seid herzlich gegrüsst!

Pierre und Peter

 

 

Anlass vom 27. Oktober 2018

 Hallo

es ist schon eine Zeit her, dass wir uns am 27. Oktober zur letzten Wanderung dieses Jahres getroffen haben (Der letzte Anlass dieses Jahres ist diesen Samstag, 17. November, um 14Uhr im Lebensspielraum, Hauptstrasse 40, 4450 Sissach, ein Foto-Rückblick oder Einblick in unsere Arbeit für Interessierte).

Das Wetter war recht regnerisch und recht kühl. Entsprechend war die Teilnehmerzahl. Dies hat aber diese wenig beeinträchtigt, ist das Wichtigste doch das gemeinsame Unternehmen und der Austausch über Erfahrungen. Unsere Wanderung startete in Rümlingen beim Schulhaus, dem Arbeitsort von Pierre. Wir gingen direkt zum Viadukt der Bahn. Wir konnten von unten die mächtige Konstruktion bestaunen und folgten ihm an den Wald, wo es aufhört. Hier ist der Punkt, an dem allen Eisenbahnfans, die gerne fotografieren, das Herz höher schlägt: Der Blick zurück auf die ganze geschwungene Länge des Viadukts, auf dem Züge in etwas ruhigeren Tempo hochkommen. Leider wollte gerade kein Zug vorbeifahren. Nun, wir stiegen im Wald hoch bis zum Hof Horn. Hier fanden wir einen Sitzplatz im Trockenen für den ersten Input: Was haben wir Menschen aus der ursprünglichen Botschaft der Bibel bezüglich unserem Ende und Ziel gemacht? Stichworte: Himmel und Hölle, Belohnung und Verdammnis, Weihnachtsmann-Gott und strenger Richter, der jedes kleinste Vergehen bestraft. Danach ging es weiter durch die Hochstammbäume dieser Hochebene. Der Wiesenberg blieb für uns in den Wolken unsichtbar. Wieder am Waldrand gegen Läufelfingen zu war ein geeigneter Ort für den zweiten Input: Die Bibel redet von Scheidung am Ende der Zeit, was auch Gericht genannt wird. Doch die Grundlage dazu ist aus unserem Leben in dieser Welt: Habe ich eine Beziehung zu meinem Gott, dem Schöpfer, Erlöser und Tröster, oder bin ich nicht daran interessiert oder lehne es gar ab? Mit diesen Gedanken gingen wir weiter in den Wald, der uns bald zu den schroffen Felsen führte, die vom Homberg her auslaufen und auf denen auch die Homburg liegt. Hier erfuhren wir wieder einiges zum Leben damals, als die Homburg noch Burg und Vogtei war, und besichtigten deren Überreste. Oben auf dem Bergfried erkannten wir, wieso von die Homburg einst so bedeutungsvoll gewesen war, konnte doch der Weg über den Hauenstein kontrolliert werden. Wegen dem Regen, der fein nieselte, gingen wir weiter zum Waldspielplatz Richtung Läufelfingen. Von hier hatten wir auch einen guten Überblick, was auf der Strasse und der Schiene zwischen Buckten und Läufelfingen sich bewegte. Dieses Mal zündeten wir kein Feuer an. Jeder hatte sich aufgrund des Wetters für ein Picknick entschieden, das ohne Braten von Würsten auskam. Nach dieser Pause war es nicht mehr weit nach Läufelfingen und zur Kirche, die mit dem Pfarrhaus etwas erhöht über dem Dorf liegt. In den Glasfenstern im Chor konnten wir ein weiteres Werk von Walter Eglin betrachten. Wir hatten seine Spuren schon in Diegten und Rümlingen gesehen. Wir schlossen unser Zusammensein in einem Moment der Besinnung ab. Der Rest war dann einfach: hinunter ins Dorf Läufelfingen und zum Bahnhof. Mit der (weiterhin fahrenden) S9 kehrten wir wieder nach Sissach, unserem Ausgangspunkt zurück.

Dies wäre es (fast) für dieses Jahr. Wir melden uns wieder rechtzeitig für unsere Männer-Bewegungs-Wanderungen im nächsten Jahr. Wen wir nicht mehr sehen, dem wünschen wir jetzt schon ein gutes Neues Jahr.

herzlich grüssen

Pierre und Peter

 

Anlass vom 15. September und Vorschau Anlass vom 27. Oktober 2018

Hallo

nun sind schon wieder 3 Wochen seit der letzten Männer-Bewegung vorüber und in 3 Wochen steht schon die nächste an.

Wir haben uns am 15. September getroffen bei schönem, aber nicht zu heissen Wetter. Dies war gut so, denn ein Grossteil unseres Weges war nicht im Wald und nicht im Schatten. Unser Weg führte von Sissach entlang der S9 nach Rümlingen. Doch schon beim Bahnhof Sissach fanden wir ein high light: Aus den Anfangszeiten der Bahn, bevor der Hauenstein-Basistunnel zwischen Tecknau und Olten gegraben war, war Sissach ein wichtiger Umschlagort. Dies zeigt sich in der Infrastruktur: grosser Wasserturm mit Waschraum/Dusche für die Lokführer, grosse Lokschuppen und eine (nicht mehr funktionierende) Drehscheibe, um die Dampflokomotiven zu kehren. Und dort stand der königsblaue Friedenszug! Wirklich eine Pracht.

Nachdem wir uns von diesem Anblick trennen konnten, ging es auf der neuen Fussgängerstrasse nach Thürnen, am Altersheim vorbei entlang des Homburger Bachs Richtung Diepflingen. Am Dorfausgang fanden wir mit einer Sitzbank den günstigen Ort für unseren ersten Gedankenanstoss: Wir hatten uns bisher mit den verschiedenen Bewusstseins-Organisationen auseinandergesetzt: Einfaches Bewusstsein mit fast unbegrenztem Vertrauen in die Autoritätsperson (Kindheit bis Beginn Schulzeit), komplexes Bewusstsein mit Auftreten von Abgrenzungen in Gut und Böse und starkem Einsatz für das selbst definierte Gute. (Schulzeit, Pubertät, jüngerer Erwachsener). Die nächste Phase, die nicht duale, wird oft eingeleitet durch die Erfahrung von Leid und Begrenztheit. Die Erfahrung, dass Gutes und Böses irgendwie zusammen gehören und manchmal nicht voneinander zu trennen sind, kann im günstigen Fall zur Anerkennung von oft verdrängten Schattenseiten der eigenen Person und auch zu Milde gegenüber andern Personen führen. Dieser Mensch kann sich dann als Friedensstifter und Brückenbauer einsetzen.

Weiter ging es durch Diepflingen und dem Bahntrasse entlang nach Sommerau. Mitten am Rand von schönen Feldern war nun der zweite Gedankenanstoss: Im Alten Testament bei den Vätergeschichten finden wir bereits Beispiele dieses nicht dualen Bewusstseins: Abraham kämpft mit Gott wegen der beabsichtigten Zerstörung von Sodom und Gomorrha und feilscht, bis nur noch 10 Gerechte dort leben müssten, um beide Städte vor der Zerstörung zu retten (Leider half auch dies nicht. Sodom und Gomorrha liegen heute unter einer Salzwüste.). Isaak, von dem wir eigentlich aus den Texten sehr wenig erfahren, wich den Streitereien mit den Philistern aus und zog vom fruchtbaren Landstreifen am Meer immer mehr gegen die Wüste im Süden. Dadurch erkannten die Philister, dass er ein von Gott (mit vielen Reichtümern) gesegneter Mann war und suchten definitiv Frieden mit ihm. Auch Jakob wurde vom Hinterlistigen zum Gezeichneten, der wieder mit seinem Bruder, vor dessen Zorn er in jungen Jahren geflohen war, Frieden schliessen konnte, so dass beide danach nebeneinander lebten. In der Sommerau erfreute uns das farbenprächtige Bahnwärterhäuschen, wo der Besitzer auch viele alte Geräte und Symbole der Eisenbahn aufgestellt hat. Nun legten wir eine raschere Gangart ein, um zu unserem Mittagessensort im Giessental  zu gelangen. Wir fanden eine gute Feuerstelle, wo wir nun in Ruhe unsere Würste braten konnten und natürlich auch lebhaft miteinander austauschten.

Nach dieser Pause ging es weiter am Waldrand nach Rümlingen, wo wir in der Kirche wie gewohnt eine Zeit der Besinnung erlebten. Nachher kehrten wir mit dem Bus wieder nach Sissach zurück.

In 3 Wochen ist die nächste Wanderung. Wir werden nach Rümlingen fahren und von dort aus starten: Unter dem berühmten Eisenbahn-Viadukt durch hoch in die Ebene von Häfelfingen, durch die Obstbäume und dem Wald zur Homburg, wo wir auch unser Mittagessen einnehmen werden. Natürlich werden wir auch Zeit haben, die Ruine genau zu entdecken (v.a. die Aussicht vom Turm ist wunderbar!). Wir gehen danach nach Läufelfingen und steigen dort hoch zur Kirche, einem weiteren Schmuckstück im oberen Baselbiet mit Glasbildern von Walter Eglin. Von Läufelfingen fahren wir dann mit der Bahn wieder zurück.

Herzlich grüssen

Pierre und Peter