Vorschau Anlass vom 9. Oktober
Hallo
in einer Woche sehen wir uns wieder. Die Wanderung führt uns auf den Lindenstock und Schleifenberg bei Liestal.
Am Samstag 9. Oktober werden wir uns wie gewohnt um 10 Uhr hinter der Kantonalbank in Sissach auf dem Parkplatz treffen. Wir werden mit der Bahn 10:03 nach Liestal fahren. Hier können Männer aus dem unteren Baselbiet um 10:12 beim Treffpunkt des Bahnhofs zu uns stossen. Wir wandern dann am Kantonsspital vorbei zur Bushaltestelle Kessel an der Erzenbergstrasse (10:25 kann hier nochmals zu uns gestossen werden). Wir gehen nun langsam hoch, haben dabei einen Einblick in die römische Wasserleitung zwischen Lausen und Augusta Raurica, vielleicht in die Ausbildungstätigkeit der Blindenhunde im Weideli und gehen weiter im Wald zur Forsthütte. Hier ist ein kleiner, schön angelegter Waldlehrpfad, dem wir folgen werden, und kommen danach auf den Lindenstock. Ich finde die Aussicht hier nach Basel und den Schwarzwald so grandios (nächsten Samstag sollte Sonnenschein mit einigen Wolken sein), dass wir hier unser Mittagessen einnehmen. Auf der ehemaligen Abfallhalde darf kein Feuer angezündet werden, da Gase und auch Methan in der Nähe aus dem Innern abgeleitet werden. Nehmt also ein Picknick mit eventuell kalter Wurst mit. Von hier werden wir im Wald zur roti Flue weiterwandern, die oberhalb der Siedlung an der Arisdörferstrasse und der Terrassensiedlungan der Heidenlochstrasse ist. Dieses Mal ist die Aussicht eher gegen die Wasserfallen und das obere Baselbiet gerichtet. Von dort geht es hinab zuerst oben auf der Kante des Schleifenbergs und dann auf kleinen Weglein alles in einem urtümlichen Wald mit Bäumen und vielen Sträuchern (hier weht eventuell ein warmer Wind vom Tal her) zur ehemaligen Giesserei Erzenberg. Bald sind wir dann an unserem vorläufigen Ziel, der Bruder Klaus-Kirche, wo wir unsere Besinnung halten werden.
Voraussichtlich werden wir dann kurz nach 15 Uhr am Bahnhof Liestal eintreffen, wo wir uns verabschieden oder mit der S3 15:17 nach Sissach fahren.
An dieser Wanderung kann Pierre leider nicht teilnehmen. Er hat sich während der Zeit des Umzuges Leistenbrüche zugezogen, die beim Wandern schmerzen. Er lässt sich deshalb entschuldigen.
Das Thema auf der Wanderung ist der Informationskanal über das Auge, das objektive Information liefert, aber auch täuschbar ist. Wir werden hören.
Ich wünsche Euch eine gute Woche bis zu unserem Wiedersehen nächsten Samstag.
Herzlich grüsst
Peter
am Samstag, 11. September, haben wir uns erneut bei anfänglich schönem Spätsommerwetter getroffen. Wir fuhren mit dem Bus bis Oberdiegten. Dort stiessen noch weitere Zuzüger auf uns, so dass wir 6 Männer, 2 Kinder und 2 Hunde zählten. Wir folgten dem Diegter Bach, vorbei am ehemaligen Wohnhaus des Künstlers Walter Eglin bis zum Wasserfall Diegten. Dieser war wegen der allgemeinen Trockenheit nur ein Rinnsal. Hier hatten wir den ersten Input zu einem der analogen Kanäle der Informationsübertragung: Das Gehör dient uns als Alarmorgan und lässt sich nicht ausschalten. Bekannte und als ungefährlich wahrgenommene Geräusche können wir zwar teilweise ausblenden; sobald etwas Ungewohntes ertönt, wird unsere Aufmerksamkeit geweckt, auch im Schlaf. In der Kommunikation überträgt es Information (Sache). Durch die Sprachmodulation und den Sprachausdruck erfahren wir auch etwas über die aktuelle Stimmung des Redners (Emotion) und auch, wie er zu uns steht (Beziehung). Nun ging es steil den Abhang hoch bis oberhalb des Wasserfalls, teils über Felsenstufen, teils in engen Kehren im Wald. Oben hatten wir einen ersten Ausblick ins Diegtertal, den Jura und gegen Basel. Im zweiten Input erfuhren wir vom Lehrer, welche Bedeutung Flüstern im Unterricht für die Konzentriertheit in einer unruhigen Klasse hat. Im Alten Testament zeigt Gott dem Propheten Elia seine Gegenwart auch im leisen Flüstern des Windes, nachdem vorher Sturm, Erdbeben und Feuer mit aller Gewalt vorübergegangen waren.
Nun war es nur noch kurz bis zu unserer Mittagsrast im ehemaligen Palas der Burg Wittwald. Bald erlebten wir vor unseren Augen ein Wetterschauspiel: Wolken tauchten auf über dem Bölchen, Regenschauer waren dort sichtbar und schon waren wir für eine kurze Zeit selber mitten im Regen. Dies trübte die Laune bei warmer Wurst und Picknick nur wenig. Nachher entschlossen wir uns, die Ruine Alt Wild-Eptingen auf dem Refugium links liegen zu lassen, und gingen zurück auf den Waldweg, zur Naturschutzwiese (voll mit Herbstzeitlosen) und direkt auf den Wanderweg nach Eptingen. Dort erlebten wir in der Sonne wieder Wärme vom Boden und der Luft, gelangten durch Tannen, Buchen, Stechpalmen und schliesslich den einzigartigen Buchswald zur Aussichtskanzel auf der Eichelbergflue.
Hier war vorsichtiges Gehen angesagt, da die Baumwurzeln auf dem Weg nach dem Regen rutschig waren. Doch schon bald gelangten wir auf die Wiese oberhalb Eptingen und schon ins Dorf selber. Hier setzte plötzlich eine starke Regenschütte ein, so dass wir froh waren, in der Kirche einen trockenen Ort zu finden. Wir schlossen den Nachmittag mit einer kurzen Besinnungszeit ab. Der Bus führte uns dann wieder nach dem regenfreien Sissach zurück. Hier trennten wir uns, erfüllt von den Eindrücken der Wanderung und der gemeinsamen Gespräche.